Stark für morgen

Zwischen Tradition und Aufbruch: Hessen gestaltet seine Feuerwehr‑Zukunft

Stark für morgen: Delegierte beraten über Kinder‑ und Jugendfeuerwehr.
Fotos: Philipp Stock

31.05.2026 / WIESBADEN - Zwischen Fahrzeughalle, Workshopräumen und politischer Wegmarke wird an diesem Wochenende in Wiesbaden deutlich, dass Feuerwehr weit mehr ist als Technik, Einsatz und Ausbildung. Beim Delegiertenwochenende der Hessischen Jugendfeuerwehr treffen sich Delegierte aus ganz Hessen, um über die Zukunft der Nachwuchsarbeit im Brand- und Katastrophenschutz zu beraten – und zugleich einen historischen Schritt vorzubereiten: die Gründung der Hessischen Kinder- und Jugendfeuerwehr.



Der Samstag stand dabei ganz im Zeichen des fachlichen Austauschs. In der Feuerwache 2 der Berufsfeuerwehr Wiesbaden kamen die Teilnehmenden am Vormittag zusammen, um unter dem Leitmotiv "Gemeinsam noch stärker" zentrale Zukunftsfragen der Kinder- und Jugendfeuerwehrarbeit zu diskutieren. Nach der Begrüßung und einem World-Café in der Fahrzeughalle ging es in thematisch fokussierte Workshops, die deutlich machten, welche Bandbreite moderne Feuerwehr-Jugendarbeit heute umfasst.

Wie Nachwuchsarbeit heute gelingen kann

Im Mittelpunkt standen dabei Fragen der Beteiligung und Mitbestimmung, der gelingende Übergang von der Kinderfeuerwehr in die Jugendfeuerwehr, Wertevermittlung, Inklusion sowie Schutzkonzepte. Damit rückte der Tag genau jene Themen in den Vordergrund, die für eine starke, offene und zukunftsfähige Nachwuchsarbeit entscheidend sind: Wie können junge Menschen frühzeitig Verantwortung übernehmen? Wie gelingt es, Kinder und Jugendliche über Altersgrenzen hinweg gut zu begleiten? Wie werden Werte wie Gemeinschaft, Respekt, Hilfsbereitschaft und Verantwortung im Alltag nicht nur erklärt, sondern gelebt?

Gerade der Ort verlieh dem Tag eine besondere Symbolik. In der Feuerwache 2 traf die strategische Verbandsarbeit auf den praktischen Alltag der Gefahrenabwehr. Dort, wo Einsatzfahrzeuge, Ausbildung und Wachbetrieb den Rahmen bilden, wurde über die Zukunft jener jungen Menschen gesprochen, die vielerorts später selbst Verantwortung in den Einsatzabteilungen übernehmen werden.

Blick über die Workshops hinaus: Wiesbaden erleben

Am Nachmittag öffnete sich der Blick über die Workshoparbeit hinaus in die Landeshauptstadt und ihre Institutionen. Besichtigungen und Führungen führten die Teilnehmenden unter anderem zur Flughafenfeuerwehr, zum Hessischen Landtag, in die Wiesbadener Innenstadt, zur Marktkirche, zum Neroberg, zum Dyckerhoff Zementwerk sowie in die San-Arena der Berufsfeuerwehr Wiesbaden. Damit verband das Programm fachliche Impulse mit regionalen Einblicken, Begegnung und gelebter Gemeinschaft.

Der Samstag ist damit mehr als nur ein Rahmentag vor der Delegiertenversammlung. Er ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Kinder- und Jugendfeuerwehren in Hessen ihre Zukunft aktiv gestalten wollen. Die geplante Gründung der Hessischen Kinder- und Jugendfeuerwehr bündelt künftig Strukturen, stärkt Übergänge und schafft ein gemeinsames Sprachrohr für den Feuerwehrnachwuchs in Hessen.

Wenn am Sonntag im Hessischen Landtag die Delegiertenversammlungen stattfinden, wird damit nicht nur formal eine neue Organisation auf den Weg gebracht. Es wird auch ein Signal gesetzt: Nachwuchsarbeit in der Feuerwehr ist Bildungsarbeit, Demokratiearbeit, Wertearbeit und Zukunftssicherung zugleich. (js/pm)+++

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