Nachruf
Osthessen trauert um Fußball-Ikone: Theo Diegelmann (†86) ist tot
Fotos: Charlie Rolff
31.05.2026 / FULDA -
Die Region Fulda trauert um eine ihrer prägenden Fußballpersönlichkeiten. Mit Theo Diegelmann ist am vergangenen Dienstag im Alter von 86 Jahren ein Torwart von außergewöhnlichem Format und ein Mensch von großer Bodenständigkeit verstorben - einer, der weit über Osthessen hinaus Spuren hinterlassen hat.
Seine sportliche Laufbahn begann in den 1960er-Jahren bei Borussia Fulda, wo er im Gründungsjahr der Regionalliga Süd sofort zur festen Größe wurde und alle 38 Saisonspiele bestritt. Nach dem Abstieg zog es ihn zum ambitionierten SSV Reutlingen. Dort entwickelte sich Diegelmann zum Leistungsträger, stand erneut in jeder Partie zwischen den Pfosten und führte den Verein 1965 in die Aufstiegsrunde zur Bundesliga - nur ein Punkt fehlte am Ende zum großen Coup. Vier Jahre lang blieb er der sichere Rückhalt der Württemberger, ehe er 1968 in die Regionalliga West zum VfL Bochum wechselte.
Vom Publikumsliebling zum vielseitigen Teamspieler
Beim VfL avancierte Diegelmann schnell zum Publikumsliebling. Mit ihm im Tor feierte Bochum zwei westdeutsche Meisterschaften und 1971 schließlich den Aufstieg in die Bundesliga. Doch das Abenteuer Oberhaus blieb ihm verwehrt: In seiner dritten Saison verlor er den Stammplatz an den jungen Hans-Jürgen Bradler. So führte sein Weg weiter zum 1. FC Nürnberg und dort kam es zu einer Besonderheit, die bis heute in Erinnerung geblieben ist. Trainer "Tschik" Cajkovski verfügte über zwei gleichstarke Torhüter und setzte Diegelmann aufgrund seiner Vielseitigkeit nicht nur im Tor, sondern auch als Feldspieler ein.Nach dem Ende seiner aktiven Karriere kehrte Diegelmann in seine osthessische Heimat zurück und prägte den regionalen Fußball fortan als Trainer. Vier Jahre lang war er Spielertrainer des TSV Künzell, später folgten Stationen beim SV Neuhof, dem damaligen Hessenligisten VfB Schrecksbach, bei Borussia Fulda, Buchonia Flieden und zum Abschluss beim Tuspo Bad Salzschlirf. Überall galt er als akribischer Arbeiter, als Förderer junger Talente und als jemand, der Fußball nicht nur verstand, sondern lebte.
Ein Leben lang dem Fußball nah
Auch nach seiner Trainerzeit blieb er dem Sport eng verbunden. Seit 1972 in Steinau (Petersberg) zuhause, arbeitete er bis zu seinem Ruhestand für die Gemeinde Künzell und war auf den Sportplätzen der Region ein vertrauter Anblick - als aufmerksamer Beobachter, als Gesprächspartner, als jemand, der den Fußball liebte, ohne sich je in den Vordergrund zu drängen.