Verwarnung und Geldstrafe
Tödlicher Unfall vor Gericht: Angeklagte übersieht Radfahrerin - 76-Jährige stirbt
Archivfotos: O|N / Gerhard Manns
27.05.2026 / BAD HERSFELD -
Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit - und ein Menschenleben war ausgelöscht. Vor dem Amtsgericht Bad Hersfeld ist jetzt der tragische Verkehrsunfall verhandelt worden, bei dem im Sommer 2024 eine 76 Jahre alte Radfahrerin aus Bebra (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) ums Leben gekommen war. Für die angeklagte Autofahrerin endete der Prozess mit einer Verwarnung, einer vorbehaltenen Geldstrafe und einer Geldauflage.
Der Unfall hatte sich am 24. Juli 2024 gegen 9:58 Uhr auf dem Radweg entlang der Landesstraße zwischen Weiterode und Bebra ereignet. Die damals 65 Jahre alte Frau war als Mitarbeiterin eines ambulanten Pflegedienstes unterwegs zu einem Patienten. Nach den Feststellungen des Gerichts hielt sie die vorgeschriebene Geschwindigkeit ein. Beim Rechtsabbiegen in Richtung Eisenacher Straße übersah sie jedoch eine entgegenkommende Radfahrerin.
"Folgenschweres Augenblicksversagen"
Es kam zur Kollision. Die 76-Jährige wurde gegen die Windschutzscheibe geschleudert und stürzte anschließend auf die Fahrbahn. Die Frau erlitt dabei schwerste Kopfverletzungen und starb wenige Stunden später im Klinikum Kassel.Angeklagte psychisch belastet
Im Prozess spielte auch die Aussage einer Zeugin eine Rolle, die direkt hinter dem Wagen der Angeklagten gefahren war. Sie hatte angegeben, die Radfahrerin habe sich nicht direkt auf dem Radweg befunden. Der Sachverständige widersprach jedoch und verwies auf die Spurenlage sowie die technischen Berechnungen, die keine anderen Schlüsse zuließen.