Über den Wolken
Pfingstgottesdienst auf der Milseburg: 1.500 Gläubige feiern Messe
Fotos: Paul Schmitt
25.05.2026 / HOFBIEBER -
Die Milseburg wurde an Pfingstmontag erneut zum spirituellen Mittelpunkt der Rhön. Bei strahlendem Wetter strömten Hunderte Pilgerinnen und Pilger auf den Berg, um an der traditionellen Pfingstmesse teilzunehmen. Ein Mitglied der ausrichtenden Kirchengemeinde Kleinsassen brachte die Dimensionen mit einem Schmunzeln auf den Punkt: "Wahrscheinlich doppelt so ville be off de Bonifatiuswallfahrt in Foll", sagte er.
Tatsächlich war der Andrang beeindruckend. Rund 1.500 Gläubige versammelten sich vor der Kapelle, wie der aus Kleinsassen stammende "Milseburg-Pfarrer" Willi Schmitt bestätigte. Gemeinsam mit Diakon Manfred Oeste aus Elters zelebrierte er die Messe – ein Zeichen dafür, dass das geistliche Leben auf der Milseburg nach der Wiedereröffnung der Hütte vor sechs Wochen wieder deutlich an Fahrt aufgenommen hat. Schmitt und Oeste kündigten an, künftig einmal im Monat eine Sommermesse auf dem Berg zu feiern. Der Auftakt ist am 21. Juni um 10 Uhr.
Als "echte Solidargemeinschaft zusammenzustehen"
In seiner Pfingstansprache erinnerte Schmitt daran, dass die Kirche Jesu Christi "menschlich gesehen auf wackeligen Füßen aufgebaut ist". Bestand habe sie nur, wenn sie sich auf die Zusage Jesu verlasse: "Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." Kirche sei eine Gemeinschaft von Menschen, die ihre eigenen Begrenztheiten erkennen müssten. "Wer von uns ist schon vollkommen? Ich habe Angst vor denen, die behaupten, alles richtig zu machen." Entscheidend sei, als "echte Solidargemeinschaft zusammenzustehen".Zum Abschluss seiner Predigt erzählte Schmitt eine eindrucksvolle Anekdote über Mahatma Gandhi. Auf die Frage christlicher Missionare, wie Hindus die Bergpredigt annehmen könnten, habe Gandhi geantwortet: "Denken Sie an das Geheimnis der Rose. Alle mögen sie, weil sie duftet. Also duften Sie, meine Herren!" Schmitts Schlusswort: "Duften – und nicht verduften. Das sollte unser Vorsatz sein." Nach der Messe bedankte sich Dr. Andreas Huppmann vom Kirchenteam Kleinsassen bei allen Mitwirkenden: bei Pfarrer Schmitt und Diakon Oeste, bei den Ersthelfern der Bergwacht um Klaus Huder, bei den Musizierenden und den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die den Gottesdienst ermöglicht hatten.