Theorie und Praxis
Energiewende zum Anfassen: Studierende der Hochschule Fulda zu Gast
Fotos: privat
25.05.2026 / GEISA (RHÖN) -
Die Verbindung von Theorie und Praxis konnten zehn Studierende der Hochschule Fulda anhand von vier praktischen Beispielen und Projekten im Wartburgkreis und im Landkreis Fulda erleben. Gemeinsam mit ihrer Professorin Isabell Wirth verschafften sie sich im Rahmen ihrer Lehrveranstaltungen "Energiespeicher" und "Aufbau und Betrieb elektrischer Netze" einen Überblick vor Ort.
Kalischacht mit Pilotcharakter?
In der Gemeinde Buttlar wurde ein alter Kalischacht besichtigt, der als möglicher Baustein einer kommunalen Wärmeversorgung im Ort entwickelt werden könnte. Markus Hundertmark, Beigeordneter der Gemeinde und Mitarbeiter der Hochschule, stellte den Studierenden das Projekt vor. "Die Frage, die sich die Gemeinde Buttlar gestellt hat: In welchem Umfang kann der Kalischacht als geothermische Wärmequelle oder saisonaler Wärmespeicher genutzt werden und lässt sich darauf basierend ein Wärmenetz für die Gemeinde realisieren", berichtet Markus Hundertmark. Die Antwort könnte weit über Buttlar hinausweisen: In Thüringen gibt es zahlreiche stillgelegte Kalischächte. Gelingt das Projekt, hätte es Pilotcharakter für die gesamte Region."Die Energiewende gelingt nur, wenn wir vor Ort gemeinsam mit den Gemeinden pragmatische und wirtschaftlich funktionierende Lösungen entwickeln und umsetzen", betonte Bürgermeisterin Henkel. Prof. Wirth ergänzte: "Technisches Know-how allein reicht nicht. Man muss auch verstehen, was Kommunen wirklich brauchen und was vor Ort geht." Genau das sei der Grund, warum sie ihre Studierenden regelmäßig aus dem Hörsaal in die Region schicke. Wer später Energiesysteme plane, müsse wissen, dass zwischen Theorie und Umsetzung oft ein Bürgermeister, ein Förderbescheid und ein alter Kalischacht stehen.