Hessischer Bauerntag im Wartenberg-Oval
Nachwuchs und Zukunftssicherheit im Blick - Regionalität im Fokus
Fotos: O|N / Nils Otterbein
23.05.2026 / WARTENBERG -
Die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft stehen der Landwirtschaftsbranche ins Gesicht geschrieben. Doch auch von den globalen Krisen, einem immer größeren Bürokratieaufwand oder einem immer schwierigeren Einnahme-Ausgaben-Verhältnis lassen sich immer mehr junge Nachwuchslandwirte nicht unterkriegen.
Nach der Begrüßung von Karsten Schmal als Vorsitzendem des Hessischen Bauernverbands, richtete Frank Hohmaier (Erster Beigeordneter der Gemeinde Wartenberg) das Grußwort der Veranstaltung an die vielen Gäste aus Landwirtschaft und Politik. Er stellte klar, dass die Landwirtschaft im Vogelsberg mehr als nur ein Wirtschaftsfaktor sei und deswegen die Verlässlichkeit an erster Stelle stehen müsse, insbesondere in Bezug auf faire Preise.
Zuwachs an Nachwuchs und "Bock auf Landwirtschaft"
Regionalität im Fokus
Neubauten und Modernisierungen immer schwieriger stemmbar
Einige Rückmeldungen sowie Diskussionen aus der regionalen, aber auch überregionalen Landwirtschaft wurden von HBV-Präsident Karsten Schmal geäußert. Den Hessischen Bauernverband sehe er als Dialogpartner und Mahner zugleich. "Nicht nur unser Anteil der Selbstversorgung, z. B. für Milch und Gemüse, ist zuletzt deutlich gesunken. Das größte Problem sind die immens gestiegenen Kosten für Neubauten und Modernisierung, bei höchstens gleichbleibenden Einnahmen", stellte der HBV-Präsident fest. Auch er sehe vor allem unnötige Bürokratieaufwendungen: "Auch als überzeugter Europäer habe ich das Gefühl, dass die Daumenschrauben aus Brüssel eher noch weiter angezogen werden - vor allem bei den Vorgaben für die Tierversorgung, die bei uns die strengsten weltweit sind." Bei der globalen Versorgung sehen die landwirtschaftlichen Betriebe vor allem bei der Verfügbarkeit von Düngemitteln große Probleme.Landwirtschaft "nichts für schwache Nerven"
Sie stellte klar, dass die oft beschriebene ländliche Idylle, viel Verantwortung und Druck bedeute: "Tiere halten sich nicht an Feiertage und Wochenenden und auch eine notwendige Notschlachtung ist nichts für schwache Nerven", so die 32-Jährige, die mit vier Generationen auf dem Hof lebt. Sie ist unzufrieden mit dem Umgang ihrer Branche. "Oft werden wir gesellschaftlich als Störfaktor, wie als "lärmmachende und kritische Infrastruktur" behandelt. Plötzlich ist jeder ein Experte, egal ob Influencer oder Nachbarn", stellte sie fest. Auch an politischen Daumenschrauben übte Leyschulte Kritik: "Ein Landwirt ist im Koalitionsvertrag ein faszinierendes Wesen, das selbstverständlich klimaneutral und im Sinne des Tierwohls agiert – und dann natürlich noch gewinnbringend wirtschaftet."
Interessen der Junglandwirte im Fokus
Im Sinne der Hauptthemen der Nachwuchs und der Zukunftsfähigkeit lud der Hessische Bauernverband unter Moderation der Pressesprecherin Marie-Clair von Spee zu einer Podiumsdiskussion über das Thema "Landwirtschaft mit Perspektive: Betriebe zukunftsfähig aufstellen." Hierzu wurden junge Vertreter der Landwirtschaft eingeladen, um über die Herausforderungen der aktuellen Zeit zu referieren, darunter auch Johannes Hamenstädt und Katharina Leyschulte aus dem offiziellen Teil. Für die musikalische Untermalung vor und nach dem offiziellen Teil sorgte der Musikzug Sachsenhausen mit Blasmusik.