Internationale Prägung

Stadt begrüßt 100 Neubürger aus Nationen - "Freiheit ist nicht selbstverständlich"

Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann (links) und Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld begrüßten 100 Neubürger am Donnerstagnahcmittag im Fürstensaal des Stadtschlosses in Fulda
Fotos: Maurice Schumacher

22.05.2026 / FULDA - "Fulda lebt von der Vielfalt, von der Internationalität", sagte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) am Donnerstagnachmittag während des Einbürgerungsempfangs für rund 100 Neubürger aus 25 Nationen im Fürstensaal des Stadtschlosses in Fulda.



Seit 27 Jahren gehört der Empfang der Neubürger und die Übergabe der Urkunden zur schönen Tradition der osthessischen Metropole. Neben dem Oberbürgermeister begrüßten die Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann (CDU) sowie weitere Magistratsmitglieder und Stadtverordnete die neuen Mitbürger. Das Posaunenduett Georg Sauerbier und Kurt Adolph von der Musikschule Fulda verlieh dem Empfang einen zusätzlichen würdevollen Rahmen.

"Ich möchte Ihnen im Namen der Stadt ganz herzlich gratulieren. Der Fürstensaal beschreibt unsere Geschichte in Fulda und steht zugleich für unsere Zukunftsaufgaben. Fulda war von Anfang an international geprägt", sagte Wingenfeld. Er würdigte den Verzicht, den die Menschen auf sich genommen hatten, um in einem neuen Land anzukommen", sagte der Oberbürgermeister. Die deutsche Staatsbürgerschaft sei mehr als nur ein Stück Papier. Es gehe darum, Teil dieses Landes, dieser Stadt zu sein. "Freiheit ist nicht selbstverständlich. Relevant ist, dass sie sich zu unseren Werten bekennen", sagte er weiter und rief die Neubürger dazu auf, diese Werte zu leben und zu verteidigen gegen Kräfte, die nicht diese Freiheit und Demokratie wollen."

Die Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann CDU) erklärte in ihrem Grußwort: "Sie haben in Fulda ihr neues Zuhause gefunden. Eines verbindet sie alle: Sie haben sich entschieden, zu bleiben. Heute haben sie bewusst Ja zu unserem Land, unserer Gesellschaft und unseren Werten gesagt." Hartmann warb dafür, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen und sich als Teil der Gesellschaft einzubringen. Sie ging zudem auf die digitalen Angebote der Stadtverwaltung ein. Im Rahmen des Einbürgerungsempfangs konnten sich die Neubürger bei den Mitarbeitern der Behörden im Detail informieren und beraten lassen.

Aktuell wohnen Menschen aus 140 Nationen in der 71.000-Einwohner-Metropole in Osthessen. Eine von ihnen ist Pouneh Ghaemdoust. "Als ich zum ersten Mal am Bahnhof in Fulda angekommen bin, dachte ich: Was für eine süße Stadt." Sie stammt aus der Neun-Millionen-Metropole Teheran, ist aber in Deutschland aufgewachsen, dann zurück in ihre Heimat im Iran. Es sei ein Leben im Spagat. Ihre Kontakte nach Deutschland hat sie aber immer aufrechterhalten. Seit Februar 2020 lebt sie nun in Fulda, hat ein Jobangebot an der Hochschule erhalten. "Ich habe eine Arbeit gefunden, die ich liebe", sagte sie in ihrer Rede. An Auswanderung habe sie nie gedacht. Aus einem vorübergehenden Aufenthalt ist ein dauerhafter Wohnort geworden. Ihre Gründe seien vielfältig. "Die Stadt selbst, vor allem ist es die Hochschule, sie gehört fest zum Stadtbild", sagte sie. Die Selbstbestimmung und Gleichberechtigung von Frauen seien zentrale Bestandteile dessen, was ein Zuhause ausmache.
Bei einem Umtrunk kamen die Neubürger und hochrangigen Vertreter der Stadt in den Austausch. (Hans-Hubertus Braune) +++

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