Der Stadtpfarrer bei O|N
Stefan Buß: 100 Jahre Heiligtum und Verehrung des Hl. Bonifatius in Dokkum
Archivfoto: O|N/ Carina Jirsch
30.05.2026 / FULDA -
In diesem Jahr feiern wir mit und in unserer Partnerstadt dieses Jubiläum. Die Bonifatiuswallfahrt vor 100 Jahren ging auf den Karmelitenpater Titus Brandsma, der 2022 heiliggesprochen wurde, zurück. Er war Mitglied der 1925 gegründeten Bruderschaft der Heiligen Bonifatius und Gefährten, die Dokkum zu einem nationalen Wallfahrtsort machen wollte. 1926 fand die erste nationale Bonifatiuswallfahrt der Neuzeit statt.
Bereits im Mittelalter entstand an der vermuteten Stelle seines Todes ein Pilgerzentrum mit Quelle und Gedenkstätte. Die dortige Quelle galt als heilkräftig, was den Zustrom von Pilgern förderte. Bis zur Reformation blieb Dokkum ein bedeutender Wallfahrtsort. Danach kam die öffentliche Verehrung weitgehend zum Erliegen.
Ein sichtbares Zeichen dieser Bewegung war der Bau der Bonifatiuskapelle im Jahr 1934. Die Kapelle wurde als halboffene Anlage mit amphitheaterartiger Gestaltung errichtet. Sie bot Platz für große Gottesdienste unter freiem Himmel und verband Architektur mit liturgischer Funktion. Vor der Kapelle liegt weiterhin die Bonifatiusquelle, die bis heute Teil der Wallfahrtstradition ist.
Die Verehrung Bonifatius’ in Dokkum besitzt dabei mehrere Dimensionen:
Die Märtyrerverehrung: Bonifatius gilt als Zeuge des Glaubens.
Eine Ökumenische Bedeutung: Heute wird Bonifatius nicht nur katholisch, sondern auch historisch und kulturell gewürdigt.
Hundert Jahre nach der organisierten Wiederbelebung des Heiligtums ist Dokkum weiterhin ein lebendiger Wallfahrtsort. Die Bonifatiuskapelle, die Quelle, der Kreuzwegpark und die jährlichen Gedenkfeiern halten die Erinnerung wach. In einer zunehmend säkularen Gesellschaft steht Bonifatius dort als Symbol für Glaubensmut, kulturelle Begegnung und geistliche Beständigkeit.
Morgen wird hier der große Wallfahrtsgottesdienst stattfinden. Unser Bischof Dr. Michael Gerber und auch ich selber werden mitfeiern. Der Stadtpfarrchor St. Simplicius wird den Gottesdienst musikalisch mitgestalten. Auch eine große Abordnung unserer Messdiener wird dabei sein und am Jugendprogramm der Diözese Leuwarden- Groningen teilnehmen. (Stefan Buß)+++