Fahndungskampagne "Identify Me" erfolgreich
"Mädchen aus dem Main" nach 25 Jahren identifiziert - Vater (67) in U-Haft
Symbolbild: O|N
18.05.2026 / WIESBADEN -
Im Fall des sogenannten "Mädchens aus dem Main" ist den Ermittlungsbehörden offenbar ein Durchbruch gelungen: Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Hessische Landeskriminalamt (HLKA) in einer gemeinsamen Pressemitteilung schreiben, wurde am vergangenen Dienstag ein 67-jähriger deutscher Staatsangehöriger festgenommen. Der Mann steht im dringenden Verdacht, vor fast 25 Jahren seine damals 16-jährige Tochter getötet und deren Leichnam anschließend in den Main geworfen zu haben.
Der Beschuldigte wurde noch am selben Tag einer Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Frankfurt vorgeführt. Diese ordnete Untersuchungshaft wegen des Verdachts des Mordes an.
"Kein Täter kann sich je sicher fühlen"
Hessens Justizminister Christian Heinz äußerte sich zu dem Ermittlungserfolg. "Kein Täter kann sich je sicher fühlen, ungestraft davonzukommen", erklärte der Minister und dankte den Ermittlungsbehörden für ihre Arbeit. Besonders hob er die internationale Zusammenarbeit im Rahmen der Kampagne "Identify Me" hervor, die von Interpol koordiniert wird.Hintergrund zu "Identify Me"
"Identify Me" ist eine internationale Fahndungskampagne zur Identifizierung von Frauen, deren Leichen in sechs europäischen Ländern gefunden wurden und von denen viele vermutlich einem Tötungsdelikt zum Opfer fielen. Die meisten Fälle sind ungeklärte Altfälle; Frauen, die vor 10, 20, 30 oder sogar 40 Jahren starben. Ihre Leichen wurden in Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden oder Spanien gefunden. Trotz umfangreicher lokaler Ermittlungen konnten sie nicht identifiziert werden und Hinweise deuten darauf hin, dass einige von ihnen aus anderen Ländern stammen könnten. Wer sie sind, woher sie kommen und warum sie sich in diesen Ländern aufhielten, ist unbekannt.Die nach wie vor mit erheblicher Intensität geführten Ermittlungen dauern an. (ems/pm) +++
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Archivbild: O|N / Carina Jirsch