Lage im Überblick
Trump droht mit Wiederaufnahme des Krieges: "Für den Iran tickt die Uhr"
Foto: Vahid Salemi/AP/dpa
18.05.2026 / WASHINGTON/TEHERAN/TEL AVIV -
Die USA und Israel bereiten sich laut Medienberichten auf eine Wiederaufnahme ihrer Angriffe im Iran vor. US-Präsident Trump droht Teheran erneut mit Zerstörung. Irans Militär warnt seinerseits.
US-Präsident Donald Trump droht mit einer Wiederaufnahme des Krieges gegen den Iran. "Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben", schrieb er auf der Plattform Truth Social. "DIE ZEIT DRÄNGT!" Der US-Verbündete Israel stellt sich bereits auf einen möglichen Neubeginn der gemeinsamen Angriffe im Iran ein. Ein iranischer Militärsprecher warnte laut Nachrichtenagentur Tasnim, jede neue "Torheit" der USA werde "noch vernichtendere und schwerere Schläge" zur Folge haben.
Trump: Wir wollen ein Abkommen schließen
Das US-Nachrichtenportal "Axios" zitierte Trump nach einem Telefoninterview mit der Aussage, dass der Iran "viel härter" als zuvor getroffen werde, sollte die Führung des Landes in den Bemühungen um ein Kriegsende keinen besseren Vorschlag vorlegen. "Wir wollen ein Abkommen schließen. Sie sind noch nicht da, wo wir sie haben wollen. Sie müssen dorthin gelangen, sonst werden sie hart getroffen, und das wollen sie nicht", betonte der US-Präsident demnach. Der von Tasnim zitierte iranische Militärsprecher drohte seinerseits, Washington werde mit "neuen offensiven und überraschenden Szenarien" konfrontiert, sollte es seine Drohungen in die Tat umsetzen. "Axios" zitierte US-Beamte, wonach erwartet wird, dass Trump am Dienstag mit seinem nationalen Sicherheitsteam im "Situation Room", dem streng gesicherten Lagezentrum der US-Regierungszentrale zusammenkommen wird. Dort sollten Optionen für militärische Maßnahmen erörtert werden. Optionen lägen wieder auf dem Tisch.
Iran-Experte: Gräben weiterhin tief
Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb auf der Plattform X: "Die Gräben zwischen beiden Seiten sind weiterhin tief und in vielerlei Hinsicht kaum zu überbrücken." Der einzig realistische Weg zu einem diplomatischen Durchbruch bestehe darin, dass sich Washington "direkter" mit der "Substanz des iranischen Vorschlags auseinandersetzt". Irans Prioritäten blieben unverändert. Dazu gehöre unter anderem die Beendigung der wirtschaftlichen Blockade, Verhandlungen über ein Ende des umfassenderen Konflikts und erst im Anschluss die Behandlung der Atomfrage, schrieb Citrinowicz weiter.Saudi-Arabien und Emirate melden Drohnenangriffe
Spannungen in der Region hatten die Waffenruhe jedoch mehrfach ins Wanken gebracht. Sie hänge nur noch am seidenen Faden, sagte Trump vor einer Woche. Saudi-Arabien meldete unterdessen erneut Drohnenangriffe. Drei unbemannte Flugobjekte seien am Sonntagmorgen abgefangen und zerstört worden, nachdem sie aus dem irakischen Luftraum eingedrungen seien, hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums auf X. G7-Finanzminister befassen sich mit Folgen des Konflikts
Vor dem Beginn des Treffens der Finanzminister der G7-Gruppe führender westlicher Industriestaaten in Paris heute warnte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil vor den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs und einer Sperrung der Straße von Hormus. Er sprach von einer "ernsthaften Bedrohung für die Weltwirtschaft". Der Krieg schade der wirtschaftlichen Entwicklung massiv. Bei dem G7-Treffen stehen die Auswirkungen des Konflikts im Mittelpunkt. Irans Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle über die für den Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus übernommen. Durch Drohungen, Kontrollen und Angriffe auf Schiffe kam der Verkehr in der Meerenge weitgehend zum Erliegen. Die Folge waren weltweit deutlich steigende Energie- und Kraftstoffpreise. Die Meerenge ist laut dem Iran zudem inzwischen vermint.