Der Stadtpfarrer bei O|N
Stefan Buß: Gedanken zum Pfingstfestival in Hilders in der Rhön
Archivfoto: O|N/ Carina Jirsch
23.05.2026 / FULDA -
Die Jünger damals saßen hinter verschlossenen Türen. Sie waren verunsichert, enttäuscht, voller Fragen. Wie soll es weitergehen? Was bleibt von Jesus? Was wird aus uns?
Und dann kommt Pfingsten.
Pfingsten heißt: Gott lässt nicht alles beim Alten. Gott greift ein. Gott erneuert. Gott schenkt Zukunft.
"Siehe, ich mache alles neu!"
Nicht: Ich bessere ein wenig aus. Nicht: Ich repariere oberflächlich. Nicht: Ich überstreiche die Risse.
Sondern: Ich mache neu.
Das ist Gottes Handschrift.
Wo Menschen sich festgefahren haben – Gott macht neu. Wo Beziehungen zerbrochen sind – Gott macht neu. Wo Hoffnung verdorrt ist – Gott macht neu. Wo Schuld drückt – Gott macht neu. Wo Gemeinden müde geworden sind – Gott macht neu.
Gerade an Pfingsten wird sichtbar: Gottes Geist ist keine Erinnerung an früher. Gottes Geist ist Gegenwartskraft. Er wirkt heute. Hier. Unter uns.
Und vielleicht ist genau das auch die besondere Bedeutung eines Pfingstfestivals in Hilders, mitten in der Rhön.
Ein Festival bringt Menschen zusammen. Junge und Alte. Suchende und Glaubende. Zweifelnde und Begeisterte. Lautes Singen, stilles Gebet, Gespräche bis tief in die Nacht.
Und mitten darin geschieht oft das Wunderbare: Menschen merken plötzlich – Gott spricht auch zu mir.
Vielleicht sagt Gott dort zu einem jungen Menschen: Du bist gewollt. Fang neu an.
Vielleicht zu einer Erschöpften: Du musst nicht alles allein tragen.
Vielleicht zu einem Verletzten: Lass Heilung zu.
Vielleicht zu einer Gemeinde: Hab Mut. Öffne dich. Wage Neues.
Denn Gott spricht nicht nur damals in Jerusalem. Gott spricht heute in Hilders. In der Rhön. In unseren Häusern. In unseren Kirchen. In unserem Herzen.
"Siehe" – so beginnt der Vers.
Das heißt: Schau hin. Achte darauf. Überseh es nicht.
Denn Gottes Neues kommt oft leise. (Stefan Buß)+++