34 Objekte von 300 Einsatzkräften durchsucht
Vier Festnahmen wegen Bestechlichkeit und Bestechung - 12,5 Mio Schaden
O|N-Symbolbild
12.05.2026 / HESSEN -
In einem von der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main geführten Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr durchsucht die Staatsanwaltschaft seit Dienstagmorgen zusammen mit dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main, der Steuerfahndungsstelle des Finanzamtes Wetzlar sowie dem Hauptzollamt Darmstadt insgesamt 34 Objekte im Rhein-Main-Gebiet und in Bayern. Im Rahmen der Durchsuchungen wurden vier Beschuldigte wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr festgenommen.
An der Maßnahme sind annähernd 300 Einsatzkräfte sowie vier Bargeldspürhunde beteiligt, um Beweismittel sicherzustellen und Vermögenswerte zu beschlagnahmen. Anlass der umfangreichen Ermittlungen ist der Tatvorwurf, dass die insgesamt 28 Beschuldigten seit 2019 Bestechungsgelder für die bevorzugte Auftragsvergabe im Baugewerbe erhalten oder gezahlt oder die Zahlung dieser Gelder verschleiert haben sollen.
Bei den in Untersuchungshaft genommenen Beschuldigten handelt es sich um drei bei deutschlandweit agierenden Immobilienunternehmen beschäftigte Bauleiter, die Bestechungsgelder in Millionenhöhe erhalten haben sollen, sowie um den Geschäftsführer eines Bauunternehmens, der derartige Bestechungsgelder gezahlt haben soll. Die von der Tätergruppierung verursachte Gesamtschadenssumme liegt nach derzeitigem Stand der Ermittlungen bei ca. 12,5 Millionen Euro.
Neben den Durchsuchungsbeschlüssen wird seit den Morgenstunden auch ein Vermögensarrest in Höhe der bisher ermittelten Schadenssumme vollstreckt. In diesem Zusammenhang werden aktuell Immobilien und Kraftfahrzeuge der beschuldigten Bauleiter und Bauunternehmer gepfändet. Im Zuge der noch andauernden Durchsuchungen konnte bislang zudem Bargeld im fünfstelligen Bereich, darunter alleine 14.500 Euro unter einer Matratze in der Wohnung eines der Festgenommenen sichergestellt werden. (pm/ci)+++