Petra Wiesenberg bleibt Vorsitzende
Geburtstagsständchen, Wahlpanne und klare Mehrheiten: Neuer Kreistag startet
Fotos: O|N / Moritz Rös
12.05.2026 / BAD HERSFELD -
Knapp zwei Monate nach den Kommunalwahlen in Hessen ist der neue Kreistag Hersfeld-Rotenburg erstmals zusammengekommen - und hatte direkt ein volles Programm vor sich. Insgesamt 21 Tagesordnungspunkte standen bei der konstituierenden Sitzung der 13. Wahlzeit auf der Agenda, darunter zahlreiche wichtige Wahlen wie die zum Kreistagsvorsitz.
Die Kräfteverhältnisse im 61-köpfigen Parlament bleiben dabei spannend: Die SPD stellt mit 18 Sitzen weiterhin die stärkste Fraktion, dicht gefolgt von der CDU mit 17 Mandaten. Dahinter folgen die AfD mit zwölf Abgeordneten, die Freien Wähler und die Grünen mit jeweils fünf Sitzen sowie FDP und Linke mit jeweils zwei Mandaten.
Petra Wiesenberg erneut Kreistagsvorsitzende
Seit 1996 gehört die Sozialdemokratin Petra Wiesenberg (SPD) dem Landkreis-Parlament an, ehe sie 2021 an die Spitze des 61-köpfigen Gremiums gewählt wurde. Und auch für die neue Legislaturperiode darf sie ihr Amt weiter ausführen. Wiesenberg wurde von allen Anwesenden einstimmig erneut gewählt.Sie bedankte sich für das ihr entgegengebrachte Vertrauen und beglückwünschte alle Kreistagsabgeordneten, die ein Mandat erhalten hatten. Als stellvertretende Vorsitzende wurden Andreas Brethauer und Timo Heusner (SPD), Markus Becker (CDU), Gerhard Schenk (AfD) und Bernd Böhle (FDP) gewählt.
Fehler bei einer Wahl: Ein Stimmzettel zu viel
Petra Wiesenberg führte im Anschluss durch die Kreistagssitzung - und moderierte die zahlreichen anstehenden Wahlen. Eine Besonderheit trat bei der Wahl der Vertreter und Stellvertreter in die Verbandsversammlung des Abfallwirtschafts-Zweckverbandes auf. Diese erklärte Wiesenberg nämlich für ungültig, da 62 Stimmzettel abgegeben wurden - bei nur 61 Kreistagsabgeordneten. Also durften alle anwesenden Mandatsträger zum Ende der Veranstaltung nochmal an die Wahlurne.Kaum Gegenwind bei den Anträgen
Bemerkenswert bei der ersten Sitzung des neu gewählten Kreistags: alle weiteren Punkte auf der Tagesordnung liefen allesamt harmonisch ab. Keine Partei stellte Anträge, keine Abstimmung erhielt Gegenstimmen. Lediglich bei einer Abstimmung zu den Ausschüssen des Kreistages sorgte die AfD für subtilen Gegenwind. Der Vorschlag der Kreistagsvorsitzenden, diese Ausschüsse weiterhin mit zwölf Personen zu besetzen, erhielt 49 Ja-Stimmen, alle zwölf Mitglieder der AfD enthielten sich. Einen etwaigen Änderungsantrag legte die Partei jedoch nicht vor, weswegen auch hier alles beim Alten blieb. Ehrenamtliche Beigeordnete leisten ihren Eid
Weiterhin wurden bei der Kreistagssitzung 13 ehrenamtliche Kreisbeigeordnete gewählt, die im Anschluss von Landrat Torsten Warnecke sowie Petra Wiesenberg offiziell in ihr Amt eingeführt wurden. Im Anschluss leisteten sie alle gemeinsam ihren Eid, ihren Posten sorgfältig und im Einklang mit der deutschen demokratischen Grundordnung auszuführen. Der Haushalt bleibt bestimmendes Thema
Das nächste Mal trifft der Kreistag am 22. Juni um 14:30 Uhr im Bad Hersfelder Landratsamt zusammen. Dabei dürften dann auch mehr inhaltliche Themen im Vordergrund stehen. Einen Vorgeschmack auf künftige Sitzungen gab die Wortmeldung von Herbert Höttl (CDU), der sich zum Haushalt äußerte. Er berichtete, dass im vergangenen Jahr beispielsweise 17,6 Millionen Euro Budget für Schulen und öffentliche Gebäude zur Verfügung standen, ausgegeben wurden aber nur sieben Millionen Euro. Auch die Summe für den Straßenausbau wurde nicht ausgeschöpft. Seine Bitte an den Kreistag: "Wir sollten uns bei der Aufstellung des Haushalts zeitiger bewegen, damit wir früher Aufträge an die regionale Wirtschaft herausgeben können."Gegenwind dafür erhielt Höttl von Manfred Fehr (SPD). Der sagte: "Diese Aussagen lasse ich nicht gelten, da übertragene Haushaltsmittel jederzeit hätten ausgegeben werden können." Er sieht die Problematik nicht in einem zu spät beschlossenen Haushalt - sondern in Verzögerungen auf den einzelnen Baustellen. Ein Thema, das auch in den kommenden Monaten für Diskussionen im Kreistag sorgen dürfte. (Kevin Hildebrand) +++