Konstituierende Kreistagssitzung

Helmut Herchenhan (CDU) bleibt Vorsitzender - Zwei Anträge der AfD scheitern

Helmut Herchenhan (CDU, 2. v.l.) bleibt weiterhin Vorsitzender des Fuldaer Kreistages.
Fotos: Carina Jirsch

12.05.2026 / KÜNZELL - Knapp zwei Monate sind die Kommunalwahlen her und nun wird es ernst im Landkreis Fulda: Der Kreistag konstituiert sich hierfür am Montagvormittag im Künzeller Gemeindezentrum und will somit die Weichen für die kommunale Politik der nächsten fünf Jahre stellen. Die besten Ergebnisse bei der Wahl im März und somit auch die meisten Sitze bekam die CDU mit 44,5 Prozent und 36 Sitzen, aber auch die AfD mit 20 Prozent und 16 Sitzen.

Seit 2016 ist Helmut Herchenhan (CDU) Vorsitzender des Fuldaer Kreistages – und auch in diesem Jahr erhielt er in der Sitzung des Kreistags den Vorsitz, wurde mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt und erhielt nur drei Gegenstimmen. Er bedankte sich für die große Zustimmung und das Vertrauen: "Es ist mein Anspruch, dieses Vertrauen zu rechtfertigen", so der wiedergewählte Kreistagsvorsitzende. Auch gratulierte er den wieder- und neugewählten Kreistagsabgeordneten für ihr Mandat.

Als stellvertretende Vorsitzende wurden Dr. Thomas Stegmann (FDP), Rainer Kohlstruck (CWE) und Helmut Schönberger (Grüne) gewählt.

Ehrenamtliche Beigeordnete in den Dienst berufen

Bei der Sitzung wurden zehn ehrenamtliche Kreisbeigeordnete gewählt und offiziell in ihr Amt eingeführt. Hierbei handelt es sich um Andrea Abel (CDU), Daniela Böschen (CDU), Joachim Michael Janshen (CDU), Hermann Müller (CDU), Sabine Bauer (CWE), Claus-Dieter Schad (FDP), Jörg-Olaf Lüdtke (AfD), Boguslaw Orlowski (AfD), Marion Neumeister (Grüne) und Andreas Jörges (SPD).

Neben Glückwünschen von Landrat Bernd Woide und dem Vorsitzenden des Kreistages Helmut Herchenhan meldete sich auch der Künzeller Bürgermeister und Gastgeber Timo Zentgraf zu Wort. "Ich wünsche Ihnen ein gutes Händchen und ein gutes Miteinander", so Zentraf.

Änderung der Hauptsatzung des Landkreises Fulda

Die bisherige Hauptsatzung des Landkreises Fulda wurde 1981 beschlossen und bereits zehnfach geändert. Mit zwölf Punkten gestaltete sich nach Ansicht der Verwaltung des Kreistages die Satzung immer undurchsichtiger und komplizierter. Aus diesem Grund solle sie modernisiert werden und mit nun nur noch vier Punkten schlanker und vor allem transparenter sein. Wichtig sei es hierbei, dass trotzdem alle gesetzlichen Mindestanforderungen enthalten seien.

Von Seiten der AfD wurde hier zudem der Antrag eingebracht, die Stelle des ersten Kreisbeigeordneten (Dieses Amt hält aktuell Frederik Schmitt von der CDU inne) nicht mehr hauptamtlich, sondern ehrenamtlich zu besetzen. Die Begründung hierfür lag unter anderem darin, dass in Zeiten, in denen Bürger zur Sparsamkeit aufgerufen werden, solch ein bezahlter Posten nicht mehr zeitgemäß sei. "Wer von den Bürgern Opfer verlangt, muss bereit sein, bei sich selbst anzufangen", erklärte die AfD-Fraktion in ihrem Antrag.

Durch den Beschluss des Kreistages wurde die alte Hauptsatzung aufgehoben und gegen den neuen Entwurf ersetzt. Mit Zustimmung der Abgeordneten ist der Entwurf somit angenommen. Der Änderungsantrag der AfD zu diesem Tagesordnungspunkt führte zwar zu einer Debatte in der Sitzung, wurde aber abgelehnt.

AfD-Antrag, über die Gültigkeit der Kreiswahl noch nicht zu entscheiden, scheitert

Im Zusammenhang mit der Debatte über die im Raum stehenden Nötigungsvorwürfe bei der Ausländerbeiratswahl der Stadtverordnetenversammlung stellte die AfD den Antrag, auch die Gültigkeit der Kreiswahl infrage zu stellen. Man solle nach Ansicht der AfD-Fraktion die Kreistagswahl derzeit nicht für gültig erklären und die Ermittlungen hinsichtlich des doch besorgniserregenden Verdachts abwarten, die Kreistagswahl könnte genauso wie auch die Ausländerbeiratswahl von Wahlmanipulation betroffen sein, so die AfD-Fraktion.

Der Antrag stieß in der Kreistagssitzung bei verschiedenen Fraktionen auf viel Unverständnis und wurde dementsprechend abgelehnt – die Kreiswahl bleibt dementsprechend gültig. Auch an der Gültigkeit der Stadtverordnetenversammlung äußerte die AfD vor kurzem Zweifel und beantragte in der Sitzung des Wahlprüfungsausschusses zum Ausländerbeirat, die Stadtverordnetenwahl ebenfalls zu prüfen. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt.

OSTHESSEN|NEWS ist für Sie vor Ort bei der konstituierenden Sitzung und berichtet aktuell aus dem Gemeindezentrum in Künzell. Dieser Artikel wird dementsprechend fortlaufend aktualisiert. (pg) +++

X