Mehr als 60 Personen
Große Bereitschaft in Vockenrod für Marienkirche - Vereinsgründung geplant
Foto: Martina Mest
11.05.2026 / ANTRIFTTAL -
Kirchen prägen das Bild der Dörfer, geben Orientierung und stiften Identität. Für viele Menschen sind sie ein Stück Heimat. Doch die großen Kirchen stehen vor tiefgreifenden Veränderungen: Sinkende Mitgliederzahlen und zurückgehende Einnahmen zwingen zu schmerzhaften Entscheidungen. Auch die katholische Pfarrei Heilige Drei Könige am Vogelsberg ist davon betroffen. Wie bereits berichtet, streicht das Bistum Mainz zum Jahresende die finanziellen Mittel für den Erhalt von sechs Kirchen - darunter auch die Marienkirche in Antrifttal-Vockenrod.
Für die Gemeinde ist das ein schwerer Einschnitt. Um das Gotteshaus zu bewahren, hat sich inzwischen ein Aktionsbündnis formiert. Die Initiative will verhindern, dass die traditionsreiche Kirche aufgegeben wird – und setzt sich mit Nachdruck für ihren Erhalt ein.
"Diese Resonanz zeigt, dass unsere Kirche den Menschen vor Ort nicht egal ist"
Das Aktionsbündnis Marienkirche, initiiert von Susanne Botthof-Schlitt, Rita Fey, Martina Mest und Cäcilie Bordihn, hatte vor kurzem alle Vockenröderinnen und Vockenröder sowie Interessierte, Freunde und Verantwortliche in Politik und Kirche zu einem Treffen zum Erhalt des Kulturdenkmals Marienkirche eingeladen – und viele Menschen waren ihrem Aufruf gefolgt: Die Vockenröder Kirche war gut gefüllt. "Diese Resonanz zeigt, dass unsere Kirche den Menschen vor Ort nicht egal ist", sagt Susanne Botthof-Schlitt vom Team der Initiatorinnen, "besonders freut uns das generations- und. konfessionsübergreifende Interesse." Schon auf dem Einladungsflyer, der an alle Haushalte im Ort verteilt wurde, wurde deutlich, dass die Kirche nicht nur als Gotteshaus, sondern auch aufgrund ihrer besonderen Geschichte und des Baustils erhaltenswert ist."Das erste Treffen sollte dazu dienen, festzustellen, ob eine ausreichend große Gruppe bereit ist, sich für den Erhalt der Kirche in Vockenrod einzusetzen. Dazu wollten wir den Sachstand gemeinsam erläutern und Lösungsschritte angehen", erläutert Martina Mest. Zur Information über den Sachstand lagen verschiedene Angaben des Kirchenverwaltungsrats der Pfarrei Heilige Drei Könige am Vogelsberg vor, die gemeinsam mit dem Wirtschaftsplan 2025 an dem Abend ausgehängt waren. "Leider konnten noch nicht alle offenen Fragen geklärt werden", gibt Cäcilie Bordihn zu bedenken, doch eine erste Sondierung sei durchaus möglich gewesen. "Wir haben außerdem bei der Pfarrei beantragt, einen Bistumsbeauftragten für die Entwicklung von Nachnutzungskonzepten für Kirchengebäude für unser Anliegen einzusetzen", ergänzt Rita Fey.
Klar ist: Kirche soll bleiben
Diesen Informationen der Organisatorinnen schloss sich eine sachliche Diskussion mit verschiedenen Wortmeldungen an, die das Anliegen durchaus unterstrichen. Der ehemalige Pfarrer der Gemeinde Christoph Werner äußerte die Ansicht, dass mit diesem sakralen Bau eine andere Nutzung als eine kirchliche kaum möglich sei. Walter Bernbeck, evangelischer Pfarrer im Ruhestand, machte auf die "wie kaum eine im Altkreis Alsfeld ortsbildprägende Wirkung und Einzigartigkeit" der Marienkirche aufmerksam und bestärkte die Vockenröderinnen und Vockenröder in ihrem Anliegen. Auch Bürgermeister Dietmar Krist und der gesamte Ortsbeirat um Claus Peter Stork setzten sich für den Erhalt der Kirche als geweihte Kirche ein.Foto: Bert Herden