Hundehelm und Rollstuhlhilfe
Ein platter Reifen - und ganz viel Menschlichkeit bei Fahrradwelt Seng
Fotos: Felix Weigl
11.05.2026 / PETERSBERG -
"Herzensmenschen!" ist das erste Wort in einer Google-Rezension über Fahrradwelt Seng. Deshalb haben wir hier mal nachgefragt. Wie das Drahteselgeschäft hier einer jungen Rollstuhlfahrerin half und warum Ladenhund Enzo eine eigene Trinkgeldkasse hat, erzählt uns Inhaber Holger Seng im Interview.
Das beste Angebot der Stadt findet man meistens auf dem Land
Es war Samstagnachmittag, kurz vor Feierabend. Das Telefon klingelt, eine Frau ruft an und bittet um Hilfe bei einem geplatzten Reifen - an einem Rollstuhl. Der gehört ihrer Nichte, die am nächsten Tag ihre erste heilige Kommunion erhalten soll. "Kommt vorbei, wir helfen!", kam zügig als Antwort von Marion, Holgers Schwester. "Wir haben uns das auch leichter vorgestellt", erzählt Holger Seng im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. "Der Riss war relativ groß, der Schlauch hatte eine Sondergröße." Sein Sohn konnte den Reifen schließlich flicken, während Seng bereits den nächsten Schritt organisierte: Über die Kinderstation des Klinikums wurde vorsorglich sogar ein Ersatzrollstuhl organisiert. Eine Bezahlung für die Reparatur lehnt Seng ab. Für ihn war die Hilfe selbstverständlich. Wenn er davon erzählt, merkt man, wie nahe ihm die Geschichte geht. Das ist eben das, was einen Familienbetrieb ausmacht.Wenn Kunden zuerst nach dem Hund fragen
Zwischen Tradition und E-Bike-Boom
Vor mehr als 20 Jahren übernahm Holger Seng den Betrieb und entwickelte ihn Schritt für Schritt weiter. Aus dem klassischen Fahrradladen wurde über die Jahre ein modernes Fachgeschäft mit Werkstatt, Zubehör und Komplettservice rund ums Zweirad.Und so geht es in der Fahrradwelt Seng bis heute nicht nur um Fahrräder, sondern auch um Begegnungen, Hilfsbereitschaft und Geschichten, die Kunden weitererzählen. Manche davon beginnen mit einem platten Reifen - andere mit einem kleinen Hund mit Fahrradhelm. (Felix Weigl) +++