Kinder freuen sich auf kleine Lämmer

Wenn Rhönschafe den Weinberg füllen: Ein magischer Start in die Weidesaison

Wenn am Sonntagvormittag die große Herde der "Schäferei mit Herz" aus Leimbach den Hünfelder Weinberg erreicht, beginnt nicht nur die neue Weidesaison - es entsteht auch jene besondere Stimmung, die den Weideauftrieb seit Jahren zu einem beliebten Ereignis macht.
Fotos: Bernd Vogt

11.05.2026 / HÜNFELD - Wenn am Sonntagvormittag die große Herde der "Schäferei mit Herz" aus Leimbach den Hünfelder Weinberg erreicht, beginnt nicht nur die neue Weidesaison - es entsteht auch jene besondere Stimmung, die den Weideauftrieb seit Jahren zu einem beliebten Ereignis macht. Bereits zum elften Mal ziehen rund 500 Rhönschafe, 60 Ziegen und die beiden Esel Tessa und Pauline auf das Naturschutzgebiet oberhalb der Stadt im Landkreis Fulda.



Schäfer Elmar Spies beschrieb im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS, wie sehr ihm dieser Tag am Herzen liegt. "Das ist etwas ganz Besonderes. Die Menschen sehen, dass die Schafe wieder am Weinberg sind - und die Kinder haben jedes Mal funkelnde Augen, wenn sie die Lämmer streicheln dürfen", so der 67-Jährige. Seit elf Jahren pflegt seine Familie das rund 80 Hektar große Gebiet, das zu den bedeutendsten zusammenhängenden Kalkmagerrasenflächen im Biosphärenreservat Rhön zählt. Die Arbeit ist ein echtes Familienprojekt: Sohn Oliver führt den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Sarah, Sohn Sven unterstützt mit seiner Frau Claudia.

Beim Fest werden regionale Lammprodukte, Lammbratwürste vom Grill und Getränke angeboten. Ein Fachvortrag informiert über das Hirtenjahr 2026. Außerdem findet eine Tiersegnung durch Elke Jost statt, bei der auch Haustiere gesegnet werden können. Um 14 Uhr startet eine Orchideenwanderung mit Manfred und Anni Bender. Besonders die jüngsten Gäste dürfen sich auf die Lämmer und die beiden Esel Tessa und Pauline freuen.

"Wir haben ein tolles Verhältnis zu den Menschen hier"

Der Weinberg ist ein wertvolles Gebiet für seltene Pflanzen und Tiere. Silberdistel und Rhöndistel sind hier ebenso zu Hause wie zahlreiche Tag- und Nachtfalter. Auch Orchideenarten wie Mannsknabenkraut und Händelwurz gedeihen nur dank der offenen, beweideten Flächen. "Ohne die Weidetiere gäbe es diese Vielfalt nicht", erklärt Spies. "Schafe fressen ab, düngen natürlich - und sorgen dafür, dass das Land der offenen Weiten erhalten bleibt." Täglich ist ein Schäfer bei der Herde, nachts werden die Tiere eingezäunt.

Benjamin Tschesnok, Bürgermeister von Hünfeld, würdigt den Einsatz der Leimbacher Schäferei. Der Weideauftrieb sei eine hervorragende Gelegenheit, den Menschen zu zeigen, wie wichtig die natürliche Beweidung für den Erhalt des Naturschutzgebietes sei. Die Herde bleibe - je nach Wetterlage - bis etwa September am Weinberg.

Im vergangenen Jahr kamen mehr als 300 Besucherinnen und Besucher – und auch diesmal freute sich die Schäferei über das große Interesse. "Wir haben ein tolles Verhältnis zu den Menschen hier", sagte Elmar Spies. "Es ist schön zu sehen, wie sehr sie unsere Arbeit schätzen. Und ich freue mich selbst jedes Jahr darauf, mit meinen Schafen hier oben zu sein." (mis) +++

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