"Hesse ist, wer Hesse sein will"
Ausstellung zu Georg‑August Zinn: Erinnerung an Hessens Ministerpräsidenten
Foto: Vogelsbergkreis
01.05.2026 / ALSFELD -
Für ein "modernes und weltoffenes Hessen" hat er sich eingesetzt – und diesem Leitgedanken widmet sich nun auch eine Ausstellung in der Volkshochschule Alsfeld (Vogelsbergkreis): Georg‑August Zinn, Hessens Ministerpräsident von 1950 bis 1969 und Initiator des Hessentags, dessen erste Ausgabe 1961 in Alsfeld stattfand. "Alsfeld ist damit ein besonders geeigneter Ort für diese Ausstellung", betonte Erster Kreisbeigeordneter Patrick Krug bei der Eröffnung.
Georg-August Zinn prägte das Bundesland wie kaum ein anderer. Nach seinem Widerstand gegen den Nationalsozialismus stieg er im Hessen der Nachkriegszeit zunächst zum Justizminister und dann zum Ministerpräsidenten auf. Er gilt als einer der Väter der hessischen Verfassung und hatte bedeutenden Anteil am wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes. Dank seines Hessenplans gelang unter anderem die Integration zahlreicher Vertriebener und Geflüchteter sowie die Schaffung einer großen Zahl von Arbeitsplätzen.
1956 berief Zinn Fritz Bauer zum Generalstaatsanwalt und begründete damit eine neue Epoche in der Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Auf der Grundlage des "Großen Hessenplans" von 1965 erfolgte der umfassende Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum, etwa durch die Errichtung von Schulen, Bürgerhäusern und Sportstätten. In diesem Jahr wäre Georg-August Zinn 125 Jahre alt geworden, gleichzeitig jährt sich sein Todestag zum 50. Mal. Grund genug, an ihn zu erinnern, wie das nun die Volkshochschule des Kreises in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Landesbüro Hessen tut.
"Hesse ist, wer Hesse sein will" - Zitat vom ersten Hessentag
Zur Eröffnung der Ausstellung konnte Jennifer Curlett, vhs-Fachbereichsleiterin Gesellschaft, Beruf und Politische Bildung, neben dem Ersten Kreisbeigeordneten Patrick Krug auch Sarah Steck von der Friedrich-Ebert-Stiftung, Prof. Dr. Mühlhausen, ehemaliger Geschäftsführer der Stiftung Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg, sowie Dr. Georg-Christian Zinn, Sohn von Georg-August Zinn und Kinderarzt, begrüßen.Nach einem Vortrag über Zinns Leben und Wirken durch Prof. Dr. Mühlhausen gab es eine gemeinsame Gesprächsrunde mit ihm und Zinns Sohn Georg-Christian; moderiert von Sarah Steck und Jennifer Curlett. Dabei richtete das Publikum unter anderem auch persönliche Fragen an Georg-Christian Zinn, wollte zum Beispiel wissen, wie es ist als Sohn eines Ministerpräsidenten aufzuwachsen, oder was sich heutige Politiker von Zinn abschauen können.
Die Ausstellung zu Georg-August Zinn ist noch bis zum 7. Mai zu den Öffnungszeiten der vhs zu besichtigen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. (mis/pm) +++