Mehrere Gefahrenlagen
Feuerwehr übt komplexes Einsatzszenario bei Baudekoration Sachs
Fotos: Philipp Stock
01.05.2026 / LAUTERBACH -
Der Löschzug Mitte der Feuerwehr Lauterbach (Vogelsbergkreis) wurde am Mittwoch im Rahmen einer realitätsnahen Übung zu einem angenommenen Brandereignis bei der Firma Baudekoration Sachs in Lauterbach alarmiert.
Die Übungslage orientierte sich an aktuellen Herausforderungen der Gefahrenabwehr und verband mehrere einsatztaktische Schwerpunkte miteinander: einen Entstehungsbrand im Bereich einer Photovoltaikanlage, die Rettung von Personen aus einem Dachbereich, einen Brand eines Elektrofahrzeugs in einer Halle sowie die Menschenrettung unter Atemschutz.
Technischer Defekt löst Dachbrand aus
Nach Übungsannahme hatten Handwerker auf dem Dach der Firma Instandsetzungsarbeiten an einer Photovoltaikanlage durchgeführt. Dabei kam es infolge eines technischen Defekts zu einem Entstehungsbrand. Die Arbeiter konnten den Dachbereich nicht mehr über den ursprünglichen Rettungsweg verlassen. Aufgrund der Rauchentwicklung mussten sie sich über das Dach in einen anderen Bereich retten. Von dort wurden sie durch die Feuerwehr Lauterbach mittels Hubrettungsfahrzeug gerettet. Das erste anrückende Fahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug, übernahm die Brandbekämpfung im Außenbereich. Parallel wurde eine Riegelstellung aufgebaut, um eine weitere Ausbreitung des Brandes zu verhindern.
Zusätzliche Gefahr durch brennendes Elektrofahrzeug
Gerade Einsatzlagen im Zusammenhang mit Photovoltaikanlagen erfordern ein umsichtiges und strukturiertes Vorgehen, da neben der Brandentwicklung auch mögliche elektrische Gefahren sowie die baulichen Gegebenheiten berücksichtigt werden müssen. Nach Übungsannahme führte derselbe technische Defekt an der Photovoltaikanlage dazu, dass ein in der Halle abgestelltes Elektrofahrzeug in Brand geriet. Der angenommene Kurzschluss wirkte sich dabei auf die Ladetechnik des Fahrzeugs aus. Im Innenbereich der Halle befanden sich zu diesem Zeitpunkt zwei weitere Personen, die als eingeschlossen, vermisst galten und gerettet werden mussten. Diese Aufgabe wurde dem zweiten Fahrzeug, dem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, zugeordnet.
Atemschutztrupps retten vermisste Personen aus der Halle
Atemschutztrupps gingen zur Menschenrettung in den Innenangriff vor. Die vermissten Personen konnten aufgefunden und aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Gleichzeitig wurden die Atemschutzüberwachung, die Sicherung der Einsatzstelle sowie die Koordination der einzelnen Einsatzabschnitte durchgeführt. Nach der primären Rettung aller vier betroffenen Personen wurde die Brandbekämpfung fortgesetzt. Im Anschluss daran erfolgten Nachlöscharbeiten sowie die Belüftung der Halle, um Rauch und Schadstoffe aus dem Gebäude zu entfernen. Nach rund eineinhalb Stunden konnte die Übung erfolgreich beendet werden. Die Übung verdeutlichte, wie komplex moderne Einsatzlagen für die Feuerwehren geworden sind. Photovoltaikanlagen, Elektrofahrzeuge, technische Defekte, Menschenrettung aus Höhen sowie der Innenangriff unter Atemschutz stellen hohe Anforderungen an Ausbildung, Kommunikation und taktisches Vorgehen.