Landwirte bangen um ihre Ernte!
Bauer Engel warnt: "So wenig Wasser wie im Hochsommer"
Alle Fotos: Martin Engel
01.05.2026 / FULDA - Wer in diesen Tagen hierzulande über die Felder blickt, sieht es deutlich: Das Frühjahr 2026 ist zu trocken. Während die Menschen das frühlingshafte Wetter genießen, wächst bei den Landwirten die Sorge um die kommende Ernte. Einer von ihnen ist Martin Engel, Landwirt aus Fulda-Niederrode.
"Wenn ich in den Bach schaue, ist es für uns bedenklich. Er hat einen Stand wie im Hochsommer - so wenig Wasser", bangt der Fuldaer Landwirt. Auf den Feldern zeigt sich überall das gleiche Bild: Getreide und Mais sind trocken und es besteht die Befürchtung, dass sie nicht aufgehen. "Im Fuldaer Bereich ist alles noch ein bisschen grüner als in den höheren Regionen, aber auch hier ist die Lage dramatisch." Hinzu komme ein wirtschaftliches Dilemma: Die Preise für Dünger seien enorm gestiegen und bei der momentanen Trockenheit fragt man sich, ob es überhaupt etwas bringt, ihn zu verbrauchen.
Nachtfrost und Trockenheit - eine gefährliche Kombination
Zur ohnehin angespannten Lage kommen die kalten Temperaturen, die derzeit noch in der Nacht herrschen. "Kalte Luft nachts, Trockenheit tagsüber - das ist Gift für die Pflanzen", erklärt Engel gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Was jetzt helfen könnte? Ganz klar: nicht nur ein einzelner heftiger Regentag. "Der dringt gar nicht ins Erdreich ein. Was wir brauchen, sind ein paar Tage kontinuierlich gemäßigter Regen." Die Daten bestätigen Engels Befürchtungen: In vielen Regionen fiel in diesem Frühjahr nicht einmal die Hälfte der üblichen Regenmenge. Somit gilt der April 2026 als einer der trockensten seit Beginn der Messungen. Diese so genannte Omegalage ist ein stabiles Hochdruckgebiet, das seit Wochen den Zustrom feuchter Atlantikluft in Nordeuropa blockiert. Was Engel in dieser Situation Bauchschmerzen bereitet, ist die erste Mahd Anfang Mai: "Wenn diese nicht gelingt, muss es bei der zweiten und dritten klappen. Sonst bekommen wir ein echtes Futterproblem für unsere Tiere. Wenn es schlimm kommt, sind die Bauern von Futterknappheit bedroht und das hat direkte Auswirkungen auf die Tierhaltung. Im schlimmsten Fall bleibt nur die Möglichkeit, sich der Tiere zu entledigen. Das wäre fatal."
"Von Woche zu Woche schauen und hoffen"
Eine Einschätzung, ob die Ernte in ernster Gefahr ist, vermag der Landwirt nicht abzugeben. "Es gibt so viele Herausforderungen. Wenn es jetzt regnet, könnte alles gutgehen. Wenn nicht, werden wir es in zwei Wochen deutlich merken." Mehr als von Woche zu Woche zu schauen und zu hoffen, bleibe ihm und seinen Kollegen im Moment ohnehin nicht. (Christoph Blum) +++