"Bei Aua gibt es Eis"
Bei Laufrunde um Haunesee: Kleine Helden retten Sabine Stötzner den Tag
Während ihrer Laufrunde sucht Sabine Stötzner
Archivfoto: O|N/Maurice Schumacher
30.04.2026 / PETERSBERG -
Ein Moment großer Menschlichkeit: Sabine Stötzner aus Fulda-Dietershan lässt sich bei ihrer gewohnten Laufrunde um den Haunesee bei Petersberg-Marbach eigentlich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Doch inmitten der idyllischen Kulisse folgte eines Mittags ein unerwarteter Dämpfer. Gegenüber OSTHESSEN|NEWS erklärt sie: "Bei schönstem Frühlingserwachen mit Sonnenschein war ich am Dienstag wieder unterwegs. Da meine neuen Schuhe noch nicht richtig eingelaufen waren, bekam ich eine kleine Blase am rechten Fuß, die mich in die Bitte um Pflaster zwang."
Mehrere entgegenkommende Radfahrer sprach sie zunächst an. Leider konnte niemand weiterhelfen. "An der sich dort befindlichen Zellmühle traf ich auf eine Dame. Sie besaß keinen Schlüssel für das Haus - somit kam ich auch an dieser Stelle nicht weiter." Dass ihr Anliegen allgemein kaum Beachtung fand, frustrierte sie zunehmend. "Leicht verdrossen, mit Fortschreiten der Blasenreibung, lief ich zerknirscht weiter." Immerhin warteten auf dem Rückweg noch einige Kilometer auf sie.
Wendepunkt der Geschichte
Am Marbacher Pfarrhaus erreichte Stötzner über die alte Steintreppe auf der linken Seite einen Garten mit Wohnhaus. Dort begegnete sie einer Mutter mit ihren Kindern. "Auf meinen letzten Versuch sprach ich diese Frau an und fragte nach zwei Pflastern. Völlig selbstverständlich und total hilfsbereit zeigte sich die Familie." Die kleine Tochter eilte ins Haus, um den Verbandskasten zu holen. "Ich hatte meine lebende Schutzengel‑Sanitätsstation auf dem Kirchplatz gefunden."
"Balsam für die Seele"
Doch damit nicht genug: "Ich erhielt aber nicht nur Hilfe für meine Füße, sondern auch Balsam für meine Seele." Während Stötzner die Plaster in den Händen hielt, lief bereits der kleine Sohn erneut ins Haus, um etwas zu holen. "Mit einem leckeren Eis am Stiel wollte der Kleine für mich sorgen", so Stötzner. Seine rührenden Worte: "Wer Aua hat, der kriegt ein Eis..."
Familie zaubert Läuferin ein Lächeln ins Gesicht
Sprachlos über so viel Empathie setzte die 58-Jährige ihre letzten Kilometer des Tages bis nach Hause fort - mit einem warmen Gefühl und einem Lächeln im Gesicht. "Das nenne ich den Zauber des Moments. In dieser Welt sind Nachrichten voll von schlimmen und bösen Dingen. Diese Geschichte ist das zauberhafte Gegenteil. Ich möchte mich auf diesem Wege noch einmal von ganzem Herzen bedanken. Die Füße waren sofort gerettet und die kleinen Helden sind in meinen Gedanken." (Maria Franco) +++