Ehrungen, Einsätze, und Zukunft
Hauptversammlung: Autobahnfeuerwehr braucht dringend neues Gerätehaus
Andreas Schmier ist Gemeindebradinspektor der Feuerwehr Kirchheim
Fotos: Moritz Rös
28.04.2026 / KIRCHHEIM -
Angespannte Haushaltslagen, gesetzliche Vorgaben an Technik und Gebäuden und die oftmals zunehmenden Belastungen der vielen Einsätze: Die Feuerwehren stehen weiterhin vor großen Herausforderungen. In der Autobahngemeinde Kirchheim ist dies besonders zu spüren.
Durch die geografische Lage am Knotenpunkt Kirchheimer- und Hattenbacher Dreieck mit drei Autobahnen sind die Kirchheimer gerade auch durch die Einsätze auf den Fernstraßen vergleichsweise häufig eingebunden. Vor allem auch die Lkw-Brände erfordern von den ehrenamtlichen Kräften oft stundenlange Arbeiten.
Klar ist, dass die Frauen und Männer, dieses Ehrenamt für ihre Mitmenschen aus Überzeugung, aus Leidenschaft und freiwillig leisten. Das würdigen die Ehrengäste aus Politik und Feuerwehrwesen in ihren Reden und versuchen, ihr Bestmögliches zu leisten, um die Rahmenbedingungen zu verbessern. Bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Kirchheim im Bürgerhaus des Ortsteils Heddersdorf dankte Landrat Torsten Warnecke den Einsatzkräften. Ebenso natürlich Bürgermeister Axel Schmidt, Kreisbrandmeister Benjamin Deist, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Stefan Fuchs und der stellvertretende Vorsitzende des Kreisjugendfeuerwehrverbandes Michael Thamer.
Die insgesamt 146 Männer und 25 Frauen der Einsatzabteilungen wurden im vergangenen Jahr zu 189 Einsätzen alarmiert. Darunter waren 50 Brände und 87 technische Hilfeleistungen. Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute leisteten dabei 1.711 Stunden. Dazu kommen zahlreiche Übungen und Ausbildungsmaßnahmen.
Eine Besonderheit in Kirchheim: Pfarrerin Melanie Hetzer ist selbst in der Feuerwehr aktiv und gleichzeitig auch Notfallseelsorgerin. Sie betreut zudem die Kinderfeuerwehr und berichtete von deren zahlreichen Aktivitäten. Der Nachwuchs spielt bei der Feuerwehr Kirchheim eine große Rolle, was auch der Landrat besonders lobte.
Vielleicht braucht es ein paar Stoßgebete, um mit Gottes Unterstützung die Herausforderungen lösen zu können. Diese sprach Gemeindebradinspektor Andreas Schmier in seinem Bericht deutlich an. "Es müssen Gerätehäuser im Ibratal und Kirchheim neu gebaut werden. Die Fahrzeuge der Feuerwehren sind in einem guten Zustand, aber trotzdem sind einige in die Jahre gekommen und müssen in die Ersatzbeschaffung aufgenommen werden", sagte Schmier.
Der Gemeindebrandinspektor möchte gerne außerdem die Stelle eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) schaffen. "Hier möchte ich Jugendliche aus der Gemeinde gewinnen, die die Zeit bis zum Studium oder zur Ausbildung überbrücken müssen", sagte Schhmier. Jetzt liege es in der Hand der Politik. Im Bereich der Feuerwehr stünden einige Veränderungen an. Der Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehr sei durch einen externen Fachberater fortgeschrieben worden. Nach einem Treffen mit dem Bürgermeister und weiteren Vertretern solle der Plan den Wehrführern in einem Arbeitskreis vorgestellt werden. Schmier wies in seiner Rede auch auf die Thematik hinsichtlich des Areals am Jagdhof in Kirchheim hin. Hier habe er sich eine bessere Kommunikation gewünscht. Die Feuerwehr stehe dem Investor und seinen Plänen offen gegenüber, aber es müssten noch offene Fragen geklärt werden.
"Wir sind grundsätzlich für eine Ansiedlung neuer Gewerbetreibender im Gemeindegebiet. Aber, der wichtigere Part ist: Wir müssen unsere gesetzlich verankerte Arbeit noch vernünftig und ohne wesentliche Erschwernisse oder gar Gefährdungen rund um die Uhr und an jedem Tag erledigen. Und hierfür gibt es Vorgaben, die eingehalten werden müssen. Solange dieses nicht erledigt ist, kann es von Seiten der Feuerwehrführung keine Zustimmung für das Projekt geben. Aber jetzt zu einigen besseren Nachrichten für dieses Jahr", sagte der Gemeindebrandinspektor.
Zum Abschluss seiner Rede erklärte Schmier, dass er nach Ablauf seiner Amtsperiode in zwei Jahren nicht erneut antreten werde.
Ein Sinn der Jugendfeuerwehr: Angebot an Grundlehrgängen
Von zahlreichen Aktivitäten der Jugendfeuerwehren in Kirchheim und mehreren Ortsteilen berichtete Jugendwartin Sandra Preuß. Neben vielen altersgerechten Angeboten und den entsprechenden Übungen, der Jugendflammen und Leistungsspangen stand im vergangenen Jahr als ein weiterer Höhepunkt das 50-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr Kirchheim auf dem Programm.
"Zu diesem Anlass war die Partnerjugendfeuerwehr aus Escheburg da und es wurde ein Berufsfeuerwehr-Wochenende abgehalten. Bei diesem wurden realistische Übungen dargestellt, wie beispielsweise das Retten einer Person aus einem verrauchten Gebäude – hier hat man aber auf die Gesundheit der Kinder geachtet – oder auch einem Löschangriff. Hier auch ein Dank an die Aktiven, die an diesem Tag unterstützt haben. Außerdem wurde zusammen mit der JF Escheburg noch das Kali & Salz Erlebnisbergwerk in Merkers besucht. Versorgt wurden die beiden Jugendfeuerwehren von Aktiven der Feuerwehr (Wehrführung und Vereinsvorsitz)", sagte Preuß.
Gemeinsam mit ihrem Team freute sie sich insbesondere über folgende Entwicklung: "Vor ein paar Jahren habe ich hier noch gestanden und gesagt: Wir brauchen mehr Grundlehrgänge, sonst macht die Arbeit in der Jugendfeuerwehr wenig Sinn. Umso erfreulicher, dass unsere Übertritte von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung alle an dem Grundlehrgang letztes Jahr teilnehmen konnten."
Anerkennungsprämie:
10 Jahre: Michelle Stein
20 Jahre: Peter Diebel
30 Jahre: Jens Diebel, Björn Wettlaufer
Silbernes Brandschutzverdienstzeichen am Bande: Sandra Preuß, Martin Bröchtel (beide Goßmannsrode) und Dennis Bernhardt (Ibratal)
Goldenes Brandschutzehrenzeichen am Bande, Sonderstufe: Martin Naumann
Eisernes Feuerwehrleistungsabzeichen: Martin Kurz (Gersdorf)
Goldene Ehrennadel: Horst Allendorf, Uwe Seifert (beide Ibratal) und Günter Reuber (Rotterderode).
Horst Naumann für 50 Jahre Plakette in Gold vom Bezirksfeuerwehrverband Kurhessen-Waldeck.
Karsten Krug für 40 Jahre Plakette in Gold vom Bezirksfeuerwehrverband Kurhessen-Waldeck.
Beförderungen:
Feuerwehrmann: Bastian Lepper, Jakob Schuch, Lennox Alt, Justus Hofmann, Ruth Hetzer.
Oberfeuerwehrmann: Maximilian Reich und Jakob Schenk
Hauptfeuerwehrmann: Björn Reuber, Tobias Lapp
Brandmeisterin: Vanessa Reuber
Oberbrandmeister: Björn Wettlaufer.
Übergabe Ernennungsurkunden
Wehrführung: Kevin Deiß
1. Stellvertretender Wehrführer Kirchheim
Malvin König
2. Stellvertretender Wehrführer Frielingen
Jugendfeuerwehrwarte:
Jugendwart
Christoph Meister Kirchheim
1. Stellvertretender Jugendwart
Felix Gottlebe Kirchheim
2. Stellvertretende Jugendwartin
Mara Hofmann Kirchheim
Gerätewarte:
Peter Hehr (Rotterderode). (Hans-Hubertus Braune) +++