Klimawandel spielt entscheidende Rolle

Zeckenalarm in Hessen: Neue Risiken, neue Regionen, neue Bedrohung

Deutschland ist fest in Zeckenhand und die Bedrohung wächst. Seit Jahren breiten sich die Risikogebiete für die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis kontinuierlich aus. Mit steigenden Temperaturen beginnt die
Symbolfoto: pixabay

22.04.2026 / REGION - Deutschland ist fest in Zeckenhand und die Bedrohung wächst. Seit Jahren breiten sich die Risikogebiete für die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis kontinuierlich aus. Mit steigenden Temperaturen beginnt die Zeckensaison zudem immer früher: Schon milde Winter und wenige frostfreie Nächte reichen aus, damit die Tiere aktiv werden.



Zecken können zwei relevante Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen: die bakterielle Borreliose sowie die virale Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Hauptüberträger ist der Gemeine Holzbock, die häufigste Zeckenart in Deutschland. Für ihre Entwicklung benötigen diese Parasiten Blutmahlzeiten. Beim Stich verankern sie sich in der Haut und können dabei Krankheitserreger übertragen. Während Borreliose bundesweit vorkommt, ist FSME auf bestimmte Regionen beschränkt. Allerdings nimmt die Zahl dieser Risikogebiete seit Jahren zu und der Landkreis Fulda ist einer von ihnen.

Treibender Faktor: Klimawandel

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden im Jahr 2026 bereits mehr als 900 Borreliose-Fälle sowie mindestens elf FSME-Erkrankungen registriert. Fachleute gehen insbesondere bei Borreliose von einer erheblichen Dunkelziffer aus. Parallel dazu zeigt sich eine geografische Verschiebung: Regionen, die lange nicht betroffen waren, werden zunehmend zu Risikogebieten. Als treibender Faktor gilt der Klimawandel, der mit steigenden Temperaturen die Lebensbedingungen für Zecken verbessert und ihre Aktivitätsphase verlängert.

Tipps gegen Zecken

Trotz dieser Entwicklung lässt sich das Risiko eines Zeckenstichs deutlich reduzieren. Empfehlenswert ist das Tragen langer, möglichst heller Kleidung, auf der sich die Tiere leichter erkennen lassen. Zudem sollte man feste, knöchelhohe Schuhe tragen und die Hosenbeine in die Socken stecken, um den Zugang zur Haut zu erschweren. Da Zecken vor allem in hohem Gras und niedriger Vegetation sitzen und meist über die Beine auf den Körper gelangen, ist es ratsam, sich nach Aufenthalten im Freien gründlich abzusuchen.

Einen wirksamen Schutz bietet zudem die Impfung gegen FSME. Sie umfasst drei Dosen zur Grundimmunisierung sowie Auffrischimpfungen alle drei bis fünf Jahre. Wichtig ist jedoch: Gegen Borreliose existiert bislang keine Impfung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die FSME-Impfung allen Menschen, die in Risikogebieten leben oder sich dort regelmäßig aufhalten. Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Zecken und der von ihnen übertragenen Krankheiten gewinnt die Kombination aus Prävention, Aufklärung und Impfschutz weiter an Bedeutung. (Adrian Böhm) +++

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