"Matthias ist mein Wunschnachfolger"

Es geht weiter! Ex-Lehrling (25) hat Traditionsmetzgerei Schneider übernommen

Eine schöne Geschichte aus der Fleischer-Szene! Der ehemalige Lehrling Matthias Ruppert (Mitte) hat die traditionsreiche Fleischerei Schneider von Kerstin und Christoph Schneider übernommen.
Fotos: Christian P. Stadtfeld

22.04.2026 / FULDA - Viele Betriebe finden keinen Nachfolger und müssen deshalb ihr Geschäft schließen. Anders ist es bei der Traditionsmetzgerei Schneider am Abtstor in Fulda. Zum 1. Januar 2026 hat Matthias Ruppert (25) den Betrieb von Christoph Schneider (63) übernommen. "Er ist mein Wunschnachfolger", sagt der bekannte Fleischermeister aus der Domstadt. Zwar gehe die über 700 Jahre alte Familiengeschichte zu Ende, aber die Fleischerei und der Name bleiben bestehen. Eine gute Nachricht für die vielen Stammkunden einer der ältesten Metzgereien in Hessen, erstmals erwähnt im Jahr 1320.



Ruppert war schon Lehrling bei Christoph Schneider. Er hat das "Handwerk von der Pike auf" gelernt. Nach der Ausbildung führte sein Weg zunächst zum Fuldaer Schlachthof, dann ins südhessische Weiterstadt auf die Meisterschule. Der junge Mann aus Hofbieber-Kleinsassen in der Rhön ist tüchtig: Er übernahm 2022 die Metzgerei Frohnapfel in Dipperz, zwei Jahre später die Wursttheke im Nahkauf von Patrick Franz am Petersberg und jetzt zum Jahresbeginn die Fleischerei Schneider in Fulda. Insgesamt beschäftigt Ruppert 22 Mitarbeiter.

"Neben unserem Kundenstamm möchte ich künftig stärker auch junge Leute ansprechen. Dafür gibt es schon Ideen, wie beispielsweise ausgefallene Fleischkäse-Variationen oder auch Bratwurst-Spezialitäten – man kann gespannt sein", sagt Ruppert im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS und nennt als Neuerung auch, dass man nun mit EC-Karte im Geschäft bezahlen könne. "Digitalisierung ist wichtig."

"Matthias kam genau zur richtigen Zeit!"

Seit viereinhalb Monaten ist der 25-Jährige also der neue Chef. Der Betrieb firmiert nun unter Metzgerei Schneider e.K. - Inhaber: Matthias Ruppert. Christoph Schneider und seine Ehefrau Kerstin (64) sind weiterhin Eigentümer der Immobilie und bleiben mit 30 Wochenstunden an Bord. "Für die Rente ist es noch zu früh, aber die Verantwortung ist weg. Unsere beiden Kinder sind erwachsen und als Betriebswirte tätig. Sie hatten kein Interesse an unserem Unternehmen", berichtet der Fleischermeister, der mit 16 Jahren den Beruf erlernt, dann 1984 in Frankfurt am Main den Meister absolviert und am 2. Mai 1991 das bis heute bekannte Geschäft am Abtstor nach Neu- und Umbau eröffnet hat. Aber Schneider, der sich selbst als "Teilzeit-Rentner" bezeichnet, ist glücklich mit der Entwicklung: "Matthias kam genau zur richtigen Zeit. An Weihnachten 2025 sind wir uns einig geworden und dann ging alles ganz schnell." Die größte Herausforderung sei, gutes Personal zu finden.

"Supermärkte sind unsere stärkste Konkurrenz!"

Matthias Ruppert ist da optimistisch. "Ich habe eine gute Mannschaft und sehe das Thema als Daueraufgabe." Sein Fokus liegt vor allem auf handwerklicher Qualität. "Supermärkte sind unsere stärkste Konkurrenz. Mit unserer Qualität heben wir uns deutlich ab. Unser Fleisch kommt aus der Region und wir machen nahezu alles aus unserer Theke selbst und frisch. So wird es auch in Zukunft die Original Schneiders Erbensuppe geben, aber natürlich auch den bekannten Schwartemagen."

Geöffnet ist die Fleischerei Schneider montags von 6:30 Uhr bis 14:00 Uhr, dienstags und mittwochs in der Zeit von 6:30 Uhr bis 15:00 Uhr, freitags von 6:30 Uhr bis 16:00 Uhr und samstags von 7:00 bis 13:00 Uhr.

"An zwei Tagen haben wir die Zeiten etwas verkürzt. Ansonsten bleibt alles beim Alten, so auch der täglich wechselnde Mittagstisch. Wir haben jetzt einen neuen Koch gefunden, und damit bieten wir auch neue Gerichte an – auch für Vegetarier ist etwas dabei", schmunzelt der Inhaber. "Ich freue mich auf die tolle Herausforderung im Herzen Fuldas und danke den Schneiders für das große Vertrauen." (Christian P. Stadtfeld) +++

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