Dreharbeiten für "Bares für Rares"
Goldschmiedin Heike Füchtenhans nach Wasserschaden in neuen Räumen
Fotos: Carina Jirsch
30.04.2026 / FULDA -
Über drei Jahrzehnte war das kleine, aber äußerst feine Ladengeschäft von Heike Füchtenhans Anlaufstelle für Schmuckliebhaber in der Fuldaer Innenstadt. Eigene Designs, Sonderanfertigungen, gekonnte Umarbeitungen - all das bot sie in ihrem Atelier an. Doch dann zerstörte ein verheerender Wasserschaden einen großen Teil des Geschäfts und dessen Einrichtung. Füchtenhans musste ihre Goldschmiede zwei Monate lang schließen und entschied sich in dieser Zeit, den Standort - wenn auch schweren Herzens - aufzugeben (O|N berichtete). Nun hat die Goldschmiedin sich in privaten Räumlichkeiten in der Fuldaer Marienburgerstraße eine neue Werkstatt samt Showroom eingerichtet. OSTHESSEN|NEWS hat sie dort besucht.
Ab sofort empfängt Heike Füchtenhans nach Terminvereinbarung Kunden in ihren neuen Räumlichkeiten zu Beratung und Verkauf. Auch Eigenanfertigungen oder Umarbeitungen bietet sie - wie bereits in ihren vorherigen Räumen - hier an. Denn am neuen Standort findet sich ebenfalls wieder eine voll ausgestattete Werkstatt.
Ein Highlight der neuen Räume ist der Hauptwirkungsort der Meisterin der Schmiedekunst. "Im hinteren Bereich habe ich mir meine Werkstatt eingerichtet", erzählt sie im Gespräch. In dessen Zentrum: Ihr Werktisch, der bereits in der Innenstadt viele Jahre gute Dienste tat. "Dieser war stark beschädigt worden und musste saniert werden. Das ganze Wasser war darüber gelaufen und er brauchte eine komplett neue Oberfläche und eine neue Verschalung." Hier half ein anderer Handwerksbetrieb direkt aus Fulda. Die Schreinerei Jörg Maul leistete ganze Arbeit und brachte das hölzerne Schmuckstück wieder auf Vordermann, sodass Füchtenhans nun wieder eben solche aus Gold daran zaubern kann.
Ihre Arbeitsweise: ganz traditionell. "Ich arbeite tatsächlich noch mit dem Mundlötrohr", erklärt sie im O|N-Interview. "Dabei puste ich den Sauerstoff in das Mundlötrohr und das Gas kommt hinterher aus der Gasflasche hinzu. So bin ich ganz nah am Stück. Eine Technik, die ich immer noch toll finde." Mit dem Mund und dem Pusten habe sie die Flamme im Griff und könne sie genau so steuern, wie sie sie haben will, und für eben diese Arbeitsweise sei ihre Werkstatt nun wieder perfekt ausgestattet.
Edler Showroom für Kunden und Dreharbeiten
Aber auch ein edler Showroom ist Teil des neuen Ladens. Dunkle Farben, schicke Stoffe: Im neuen Empfangszimmer kann Füchtenhans zum einen ihre Kreationen für Kunden perfekt in Szene setzen. Darüber hinaus kann sie dort auch zukünftig die regelmäßigen Dreharbeiten für die TV-Sendung "Bares für Rares" mit Dr. Elisabeth Nüdling, die dort als Händlerin agiert, fortführen. "Die Schmuckstücke, die sie ersteigert, arbeite ich praktisch bei mir in der Werkstatt um und das darf ich auch in der neuen Werkstatt wieder zeigen", erklärt Füchtenhans. Die Grundlage sind dabei meist Schmuckstücke, die zwar kostbar sind, aber oft nicht mehr unbedingt den heutigen Vorlieben entsprechen. Die Ideen für die Umarbeitung entwickelt sie dann oftmals mit Nüdling zusammen und so werden daraus moderne Hingucker.Die Zusammenarbeit mit Elisabeth Nüdling oder vielmehr der Firma Nüdling, die in der Region weithin bekannt ist, dauere schon viele Jahre an. Auch vor der Kooperation mit "Bares für Rares" durfte Füchtenhans des Öfteren Objekte für sie umarbeiten - immer wieder aufs Neue eine spannende Herausforderung. "Antiker Schmuck ist immer spannend", resümiert die Goldschmiedin und freut sich erkennbar auf weitere Jahre der Zusammenarbeit.
Hier zeichnet sich übrigens auch ein weiterer Trend ab, den die Goldschmiedin vor allem in den letzten Monaten beobachten konnte: Immer mehr Paare, die heiraten möchten, kommen, vermutlich auch aufgrund der aktuell sehr hohen Goldpreise, mit Familienerbstücken zu ihr und lassen aus den Ringen der Eltern oder Großeltern ihre Eheringe anfertigen. Eine schöne Möglichkeit, aus Familienerinnerungen etwas Neues zu machen, wie sie findet.
Treue Kunden, neue Gestaltungstrends und auch weiterhin spannende Kooperationen: Klingt doch alles soweit nach einem echten Happy End für Füchtenhans. Einen Wermutstropfen gibt es zwar: "Die Laufkundschaft fällt weg. Das finde ich auch sehr schade", sagt sie. "Aber ich bin ganz überrascht, wie viel Zuspruch ich hier am neuen Standort dennoch erhalte. Ich hatte gedacht: Aus den Augen, aus dem Sinn. Doch so ist es glücklicherweise nicht." Wer einen Termin mit Heike Füchtenhans vereinbaren möchte, erreicht sie auch weiterhin wie gewohnt telefonisch oder per E-Mail und ist dann herzlich willkommen in ihrem neuen Atelier. (Sabrina Ilona Teufel-Hesse) +++