Finanzminister setzt auf neues Terminal

"An Hessen geht kein Weg vorbei": Lorz über Zukunft des Frankfurter Flughafens

Für Hessens Finanzminister Prof. Dr. Alexander Lorz ist klar: "An Hessen geht kein Weg vorbei."
Fotos: Carina Jirsch

22.04.2026 / FULDA - Der Frankfurter Flughafen ist eines der wichtigsten Drehkreuze für den Flugverkehr: Hessens Finanzminister Prof. Dr. Alexander Lorz (CDU) soll mit Ende der nächsten Hauptversammlung am 12. Mai 2026 als neuer Chef im Fraport-Aufsichtsrat auf Michael Boddenberg folgen. Im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS erklärt der 60-Jährige, welche Bedeutung der Flughafen für den Wirtschaftsstandort Hessen hat.



Der Frankfurter Flughafen bleibt aus Sicht des Hessischen Finanzministers Alexander Lorz ein zentraler Motor für Wirtschaft und Standortattraktivität in Hessen. Als größter Anteilseigner der Betreibergesellschaft Fraport habe das Land ein besonderes Interesse daran, dass sich der Flughafen im internationalen Wettbewerb behauptet.

Der Minister betont die enorme Bedeutung des Flughafens für die Wirtschaft im Rhein-Main-Gebiet. Viele Unternehmen hätten sich auch deshalb in der Region angesiedelt, weil sie vom Frankfurter Airport aus schnelle Verbindungen in alle Teile der Welt nutzen können. "Diese logistische Anbindung ist für viele Firmen und Finanzinstitutionen lebenswichtig", so Lorz.

Allerdings stehe Frankfurt im internationalen Wettbewerb unter Druck. Große Drehkreuze konkurrierten ebenso um Passagiere wie die stark wachsenden Hubs im Nahen Osten. Umso wichtiger sei es, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern. "Aber für ganz Deutschland gilt: Wir müssen attraktiv bleiben, auch als Destination", konstatiert der Minister.

Große Hoffnung durch Terminal 3

Nach der Corona-Pandemie habe sich der Luftverkehr zwar erholt, liege in Frankfurt aber noch immer bei etwa 92 bis 93 Prozent des Vorkrisenniveaus. Andere große europäische Drehkreuze hätten dieses Niveau teilweise bereits überschritten. Lorz sieht dafür auch strukturelle Gründe: Fluggesellschaften müssten in Deutschland mit vergleichsweise hohen Kosten kalkulieren. Deshalb begrüße er, dass die Luftverkehrsteuer wieder gesenkt werde. Dennoch müsse man darauf achten, zusätzliche Belastungen für Airlines möglichst gering zu halten.

Große Hoffnungen verbindet der Finanzminister mit der Eröffnung des neuen Terminals. "Der große Vorteil Frankfurts ist ja auch einfach unsere Lage. Wir sagen immer so schön: "An Hessen geht kein Weg vorbei." Das neue Gebäude werde die Kapazität deutlich erhöhen und den Flughafen auch in Sachen Ausstattung attraktiver machen. Für die Betreibergesellschaft sei es zudem ein wichtiger Erfolg, dass der Bau im Zeit- und Kostenrahmen geblieben sei.

Flughafenstandort Frankfurt ist einzigartig

Doch mit der Fertigstellung endet die Arbeit nicht: Als Nächstes steht eine umfassende Sanierung von Terminal 2 an, der dafür zeitweise geschlossen werden muss. Auch dieses Projekt werde umfangreich und kostspielig sein. Der Finanzminister betont: "Die Sanierung wird ebenfalls hohe, ungemein wichtige Investitionen erfordern, die es für ein modernes Terminal braucht."

Für Lorz ist deshalb klar: Frankfurt müsse langfristig als internationaler Hub konkurrenzfähig bleiben. Die zentrale Lage im Herzen Europas sei dabei ein entscheidender Vorteil. "Von Frankfurt aus kann man praktisch jede europäische Hauptstadt morgens anfliegen und abends wieder zurückkehren – das schafft kaum ein anderer Standort." (Moritz Pappert) +++

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