Kurioser Einsatz
Betrunkener ruft 60 Mal den Notruf an: Zu viel Promille, zu wenig Überblick
Symbolbild: Pixabay
13.04.2026 / BREITUNGEN -
Was in den frühen Morgenstunden wie ein ernster Unfall klang, entpuppte sich vor Ort als kuriose Geschichte mit reichlich Promille und noch mehr Telefonaten. Ein 29-jähriger Mann sorgte in Breitungen (Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen) für einen Einsatz, der den Beamten wohl noch länger in Erinnerung bleiben dürfte.
Gegen 04:00 Uhr wurde die Polizei alarmiert: Ein Radfahrer sei offenbar gestürzt und liege am Boden. Doch als die Einsatzkräfte in der Bahnhofstraße eintrafen, war schnell klar, dass sich hier kein klassischer Unfall ereignet hatte. Der 29-Jährige war nicht etwa gestürzt - er hatte sich schlichtweg neben sein Fahrrad gelegt und war dort eingeschlafen.
Grund dafür dürfte seine deutliche Alkoholisierung gewesen sein. Die Beamten rieten ihm deshalb, auf das Fahrradfahren zu verzichten und das Zweirad stattdessen nach Hause zu schieben. Zunächst schien die Situation damit geklärt. Doch eine Stunde später nahm die Geschichte eine neue Wendung.
Beamten werden auf die Probe gestellt
Gegen 05:00 Uhr meldete sich der Mann telefonisch bei der Polizei - mit einem Problem: Er konnte sein Fahrrad nicht mehr finden. Die Beamten machten sich erneut auf den Weg, fanden das Rad in der Bahnhofstraße und zeigten sich sogar besonders hilfsbereit. Sie brachten das Fahrrad direkt zur Wohnanschrift des 29-Jährigen und informierten ihn darüber auch mehrfach telefonisch.Offenbar stark alkoholisiert, schien der Mann die Informationen nicht verarbeiten zu können oder zu wollen. Stattdessen griff er immer wieder zum Telefon - und wählte den Notruf. Innerhalb von zwei Stunden gingen über 60 Anrufe bei der Rettungsleitstelle und dem Polizeinotruf ein. Inhalt: die wiederholte Nachfrage nach seinem Fahrrad.
Die Geduld der Beamten wurde schließlich auf eine harte Probe gestellt. Um weitere Notrufe zu unterbinden, entschieden sie sich zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Sie stellten das Handy des 29-Jährigen an seiner Wohnanschrift sicher. Damit war die nächtliche Odyssee zwar beendet - rechtliche Konsequenzen bleiben jedoch nicht aus. Gegen den Mann wird nun wegen Missbrauchs von Notrufen ermittelt. (Constantin von Butler) +++
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Symbolbild: Pixabay