Der Stadtpfarrer bei O|N
Impuls von Stefan Buß: Die Emmausjünger
Archivfoto: ON
11.04.2026 / FULDA -
Die Situation der beiden Emmausjünger war gekennzeichnet von Trauer, Hoffnungslosigkeit, sie sahen keinen Ausweg mehr, sie verstanden sich und ihre Welt nicht mehr. Da kam er und schloss ihnen Gottes Wort auf und schenkte ihnen Weggemeinschaft. Da baten sie ihn: "Herr, bleibe bei uns!" Und auch wir kennen doch diese Situationen: Der Glaube ringt mit Zweifeln, die Hoffnung wird schwach, die Liebe droht zu erkalten. Oder: Probleme türmen sich, das Nachdenken fruchtet nichts, und alles scheint umsonst. Oder wenn ich versagt habe, Schuld spüre und Schwäche zeige … Wohl mir, wenn ich dann beten kann: "Herr, bleibe bei mir! Herr, bleibe bei uns!" Jesus selbst hat uns seine Nähe verheißen. Im Matthäusevangelium heißt es: "Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!" (Mt. 28,20). Ich glaube seiner Verheißung. Er ist uns nahe. Und immer, wenn wir seine Nähe ersehnen, dürfen wir ihn bitten: "Herr, bleibe bei uns!" Und die Emmausjünger zeigen uns den Weg, wie wir uns in seine Nähe begeben dürfen. In seinem Wort, das er zu uns spricht, und in dem gebrochenen Brot der Eucharistie, in dem er selbst gegenwärtig ist, dürfen wir uns ihm nähern.
Bleibe bei uns am Abend des Tages, am Abend des Lebens, am Abend der Welt!
Bleibe bei uns, wenn über uns kommt die Nacht der Trübsal und Angst,
die Nacht des Zweifels und der Anfechtung, die Nacht des bitteren Todes!
Bleibe bei uns und bei allen deinen Gläubigen in Zeit und Ewigkeit!
Kirchliches Abendgebet Gotteslob 18,7. (Stefan Buß) +++