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Zwischen Boom und Belastung

Waldbesitzer unter Druck: Bürokratie, Politik und Markt fordern klare Antworten

FJahreshauptversammlung der Waldbesitzer: Holzmarkt, Bürokratie und Zukunftsthemen im Fokus.
Archivfoto: O|N / Gerhard Manns

10.04.2026 / PETERSBERG - Bei der Jahreshauptversammlung des Waldbesitzerverbandes, Kreisgruppe Fulda, im Gasthof Haunetal ging es um weit mehr als um Formalien. Vertreter aus Forst, Politik und Verbänden nutzten den Abend, um über Holzmarkt, Förderung und die wachsenden Herausforderungen für private Waldbesitzer zu sprechen. Dabei wurde deutlich: Die Lage ist an vielen Stellen in Bewegung - mit Chancen für die Betriebe, aber auch mit großem Druck durch Regeln, Dokumentationspflichten und politische Vorgaben.



Vorsitzender Christoph Müller betonte zum Auftakt die Bedeutung des gemeinsamen Handelns in der Region. Gerade für kleine und mittlere Privatwaldbesitzer sei es entscheidend, eng mit den Vorständen zusammenzuarbeiten. "Soweit ich das überblicken kann, ist die Zusammenarbeit hier im Kreis Fulda recht gut. Es gibt immer noch etwas, aber das kann man lösen."

Gute Erlöse, schwierige Rahmenbedingungen

Besonders aufmerksam verfolgten die Teilnehmer den Bericht von Hartmut Ziegler zu den aktuellen Entwicklungen am Holzmarkt. Vor allem beim Nadelholz bleibt die Nachfrage hoch. Die Sägeindustrie sucht Material, vielerorts reichen die verfügbaren Mengen nicht aus. Für Waldbesitzer ist das zunächst eine positive Nachricht, weil Einschläge bei Fichte und Kiefer wirtschaftlich weiter interessant bleiben.

Ziegler machte aber auch klar, dass die erfreuliche Erlössituation nicht auf eine insgesamt entspannte Wirtschaftslage zurückzuführen ist. "Die verfügbaren Mengen reichen vielerorts nicht aus, um die Nachfrage der Sägewerke vollständig zu decken." Für Waldbesitzer seien die Voraussetzungen für einen Einschlag "bis auf Weiteres sehr gut". Beim Laubholz bleibe die Lage dagegen deutlich schwieriger, auch wenn Osthessen nach seinen Worten die bisherigen Mengen rechtzeitig und ohne größere Überhänge habe vermarkten können.

Politik, Förderung und klare Erwartungen

Der Landtagsabgeordnete Sebastian Müller (CDU) berichtete über aktuelle Vorhaben aus Wiesbaden - von jagdrechtlichen Änderungen bis hin zu den Debatten um das Grüne Band und die EU-Wiederherstellungsverordnung. Dabei schlug er einen klaren Ton an: "Das funktioniert nur mit einem gemeinsamen Schulterschluss." Gerade bei zusätzlichen Belastungen für Eigentümer müsse der Druck hochgehalten werden.

Auch der Erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt (CDU) stellte das Thema Bürokratieabbau in den Mittelpunkt. Der Landkreis Fulda wolle als Pilotregion mehr Spielräume nutzen und Vorschriften auf den Prüfstand stellen. "Wir wollen ein Landkreis sein, der auf viele Vorschriften verzichtet", sagte Schmitt und warb zugleich dafür, weitere konkrete Vorschläge aus der Praxis an den Landkreis heranzutragen.

Das zarte Pflänzchen Entbürokratisierung muss aufblühen

Nicht unerwähnt blieb zudem Karl-Gerhard Nassauer von der regionalen PEFC-Arbeitsgruppe Hessen. Er verwies auf die starke Verankerung der Zertifizierung im Land. "Wir haben über 800 teilnehmende Forstbetriebe und forstliche Zusammenschlüsse aus allen Waldbesitzarten, die 92 Prozent der hessischen Waldfläche repräsentieren", sagte Nassauer. Hessen sei damit bundesweit Spitzenreiter. Zugleich warb er für Fortbildungen, für das geplante Kommunalwaldforum und für mehr Aufmerksamkeit beim Thema Arbeitssicherheit. Sein Appell: "Es ist für alle Beteiligten ganz wichtig, abends gesund wieder nach Hause zu kommen."

Am Ende blieb eine Botschaft des Abends besonders hängen. Christoph Müller formulierte sie so: "Hoffen wir, dass das zarte Pflänzchen der Entbürokratisierung ein bisschen aufblüht - das wäre zu begrüßen." (Constantin von Butler) +++

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