Weniger Aufträge, steigende Kosten

Nach 90 Jahren: Traditionsdruckerei Rindt schließt - 30 Mitarbeiter betroffen

Die Traditionsdruckerei Rindt in Lehnerz muss schließen
Fotos (2): O|N-Archiv

10.04.2026 / FULDA - "Wir produzieren gerne die Dinge, bei denen andere passen müssen. Die ausgesprochen hohe Fertigungstiefe unserer eigenen Produktionsanlagen ist ein Alleinstellungsmerkmal", wirbt Geschäftsführer Sebastian Jerabeck auf der Homepage der Druckerei Rindt in Lehnerz. Doch der massive Strukturwandel in der Druckerei- und Medienbranche hat dem Traditionsunternehmen, das für qualitativ hochwertige Druckprodukte bekannt und seit 90 Jahren in Fulda ansässig ist, jetzt ein Ende bereitet. Nachdem die Firma Ende Januar dieses Jahres Insolvenz anmelden musste, wird der Betrieb nun endgültig abgewickelt.


Viele Druckereien sind vom erheblichen Umbruch der Branche betroffen. Stetig steigende Kosten für Energie und Rohstoffe bei gleichzeitig sinkenden Auftragszahlen machen eine rentable Betriebsführung schwierig. Deshalb sollte die Insolvenzanmeldung im Januar eigentlich nicht der Schlusspunkt, sondern der Auftakt für einen Neustart der Bogen-Offset- und Digital-Druckerei sein. Das Verfahren biete die Chance für eine gründliche Überprüfung der Produktion und eine strategische Neuausrichtung, damit es wirtschaftlicher aufgestellt neu durchstarten könne.

Dabei sei das Unternehmen technisch auf der Höhe der Zeit und habe auch nicht an Investitionen gespart. "Unsere langjährige Erfahrung im Bogenoffset-Druck, ein hochmoderner Maschinenpark und die überdurchschnittliche Service-Orientierung machen uns zu einem leistungsstarken Partner. Sowohl zeitkritische als auch technisch schwierig zu realisierende Produkte sind bei uns in den besten Händen. Der Name Rindt Druck wird dadurch zu einem echten Gütesiegel", wirbt die Traditionsdruckerei online für sich.

Bis Herbst 2022 hatte die Druckerei zur Mediengruppe Parzeller gehört, die Rindt aber verkauft hatte. Zu den Kunden der Druckerei zählten nach eigenen Angaben "die meisten der großen deutschen Geschäftsbanken, zahlreiche DAX-Unternehmen, sowie Auftraggeber aus den Bereichen Pharma-, Automobilindustrie, Logistik, Food/Beverage, Healthcare, Mediendienstleistungen, Touristik, Verlage, Versicherungen und Agenturen."

Von der Schließung des Unternehmens sind rund 30 Mitarbeiter betroffen, wie Sebastian Jerabeck auf O|N-Anfrage mitteilt. Ein Trost: Ein Teil der Belegschaft kann aber zum Druckhaus Waitkewitsch in Alsfeld wechseln. (Carla Ihle-Becker)+++

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