Nicht modern genug?
Zahl der Christen in Deutschland geht zurück - was fehlt den Kirchen?
Symbolbild: Pixabay
11.04.2026 / KOMMENTAR -
Am vergangenen Osterwochenende waren die Kirchen der Region mal wieder voll – Familien kommen beim höchsten Fest des Christentums zusammen, gehen gemeinsam in die heilige Messe. Im restlichen Jahr wird es abseits der Hochfeste allerdings immer leerer in Deutschlands Gotteshäusern – nicht nur in der katholischen, sondern auch in der evangelischen Kirche. Doch woran liegt das? Ist der Glaube oder vielleicht doch nur die Kirche unattraktiver geworden?
Sowohl bei den Protestanten als auch bei den Katholiken stagnieren die Zahlen seit Jahren. Die Zahl der katholischen Kirchenmitglieder sank laut Angaben der Bischofskonferenz um etwa 550.000 auf 19,22 Millionen. Laut Statistik der EKD sank die Zahl der Mitglieder um 580.000 Protestanten auf etwa 17,4 Millionen. Ein Trend, der sich schon seit längerem abzeichnet. Auch die Statistik des Bistums Fulda zeigt, dass in Osthessen die Zahlen zurückgehen.
Scheitert die Kirche an der modernen Welt?
Insbesondere in ländlichen Gegenden wie Osthessen wird vor allem bei Jugendlichen eines klar: Man fühlt sich mit der Kultur und auch dem Glauben in gewisser Weise verbunden. Das ganze Drumherum allerdings schreckt viele, bereits getaufte Katholiken und Protestanten ab. Zwar heiratet man später kirchlich und tauft wieder seine Kinder. Man findet zurück auf die Kirchenbank, wenn die eigenen Sprösslinge Kommunion, Firmung oder Konfirmation feiern. All das geschieht in vielen Fällen aber eher aus Gewohnheit und "weil es eben schon immer so war". Eine Identifikation mit der Kirche fehlt also meist, obwohl ein Glaube an höhere Mächte doch recht verbreitet ist.
Kirchliche Institutionen leisten wichtige Beiträge – was, wenn aber die Mitglieder fehlen?
Mit sinkenden Mitgliederzahlen verschwinden über Jahre hinweg auch Freiwillige, die sich sozial engagieren, und finanzielle Mittel. Auch in kleineren Gemeinden und im ländlichen Raum könnte also irgendwann etwas Vertrautes fehlen, auch wenn kirchliche Institutionen natürlich nicht die einzigen sind, die sich ehrenamtlich einbringen. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass solche Ehrenämter immer unterstützenswert sind, ganz egal, ob man sich der Kirche zugehörig fühlt oder nicht.