"Fulda_XX" begeistert
Ausstellung bei "Gallerie & Kabinett": Künstler brachen mit alten Gewohnheiten
Im Vonderau-Museum kann aktuell die Ausstellung "Fulda_XX" besucht werden.
Fotos: Gregor Stasch
02.04.2026 / FULDA -
Am Dienstagabend eröffnete der Galerist Gregor Stasch die Ausstellung "Fulda_XX" nach einer kurzen Begrüßung und führte die Besucher anschließend in die präsentierten Werke ein. Verschiedene Künstler schlugen hierbei neue Wege ein, die sich auch von traditionellen Darstellungsformen lösten. Im Fokus der vorherigen Ausstellungsabschnitte stand die vergleichsweise homogene Landschaftsmalerei der Rhön sowie ihr Einfluss auf die Kunstszene der "Provinzstadt" Fulda.
Prägend für diese Entwicklung war insbesondere das Werk von Paul Cézanne (1839–1906). Seine Hinwendung zu klaren, körperhaften Formen beeinflusste maßgeblich die klassische Moderne und wirkte – wenn auch indirekt – bis in die Fuldaer Kunstszene hinein.
Eindrucksvolle Werke im Vonderau-Museum
Eine zentrale Figur dieser Erneuerungsbewegung war der in Kleinsassen geborene Paul Klüber. Schon früh positionierte er sich bewusst gegen den von der Düsseldorfer Malerschule und dem Impressionismus geprägten Stil des führenden Kopfes der Künstlerkolonie, Julius von Kreyfelt. Klüber entwickelte einen eigenständigen Stil und konnte sich damit erfolgreich in der Region etablieren.
Weniger Erfolg hatte hingegen der expressionistisch orientierte Hermann Mollenhauer. Sein umfangreicher Nachlass, der sich seit 1964 im Vonderau-Museum befindet, zeugt jedoch eindrucksvoll von seinem Einsatz für eine künstlerische Erneuerung in Fulda.
Nur begrenzten Einfluss auf die regionale Szene hatten bekannte Künstler wie Erich Heckel, der die Rhön um 1934 bereiste, der Bauhaus-Lehrer Georg Muche oder Paul von Waldthausen aus Gersfeld. Auch die Bildhauerin Ali Bonte sowie die Malerin Isa Mittelbach hinterließen in Fulda nur wenige Spuren. Erstaunlich bleibt zudem, dass die bereits 1919 gegründete Bewegung der "Loheländerinnen" in der Region weitgehend isoliert blieb und kaum Wirkung entfaltete.
Ergänzend sei ein weiterer Künstler erwähnt, der seit den 1920er Jahren – inspiriert von Henri Rousseau (1844–1910) – als Schlossverwalter in Ramholz abseits der Öffentlichkeit eigene Bildwelten entwickelte. Die Ausstellung zeigt damit eindrucksvoll die Spannbreite der Fuldaer Landschaftsmalerei in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – zwischen Tradition und Aufbruch. (pg/pm)+++