Bau-Rezession belastet stark
Straßenbau deutlich im Minus, aber mehr Baugenehmigungen für Wohnraum
Archivfoto: Christian P. Stadtfeld
31.03.2026 / WIESBADEN -
"Von einem Ende der Bau-Rezession kann keine Rede sein", kommentiert Dr. Burkhard Siebert, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen (BIV), die ersten Konjunkturindikatoren 2026 in Hessen: "Im Januar 2026 setzt sich der ungute Trend fort, und daran ist nicht das Wetter schuld."
Das Auftragsminus ist besonders drastisch im Wirtschaftsbau (minus 43,2 Prozent) und im öffentlichen Straßenbau (minus 35,9 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr). "Das Sondervermögen Infrastruktur des Bundes ist im Straßenbau nicht angekommen. Die zusätzlich vom Bund aufgenommenen Schulden sollten für zusätzliche Investitionen eingesetzt werden, die das Wirtschaftswachstum langfristig stützen. Wir hoffen jetzt auf die zügige Umsetzung des hessischen Infrastrukturförderungsgesetzes und also auf konkrete Projekte", erklärte Hauptgeschäftsführer Siebert.
Programme müssen ausgebaut werden
Zur Verfügung stehen in Hessen 7,4 Milliarden Euro Bundesmittel. Nach Abzug von 950 Millionen Euro für die Krankenhaus-Transformation gehen 63 Prozent (4,7 Milliarden Euro) an die hessischen Kommunen. Die Mittel werden in zwei Tranchen verteilt: zunächst 3 Milliarden Euro, voraussichtlich 2029 weitere 1,7 Milliarden Euro. Der Wohnungsbau ist in Hessen im Januar 2026 im Orderplus: 16,1 Prozent im Vergleich zum allerdings sehr bauschwachen Jahr 2025.In Großstädten kostet der Quadratmeter neugebauter Wohnfläche im Schnitt 4.600 Euro, inklusive Grundstückskosten sogar 5.400 Euro. Das bedeutet im Minimum 18 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. Der Wohnungsbau sei somit zu teuer. Und es benötige ein spürbar höheres Tempo bei Planungs- und Genehmigungsverfahren. Die Landesregierung solle laut Siebert zudem prüfen, wie die Programme "Hessen-Darlehen Neubau" und "Hessen-Darlehen Bestandserwerb" ausgebaut werden könnten. (pg/pm)+++
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