Private Investoren machen es!

Zweite Heimat für die SGB: Lehnerz bekommt Fußballstadion für 10.000 Fans

Ein erster Planungsentwurf für das neue Fußballstadion in Lehnerz
Fotos: O|N/Grafik/private Investoren

01.04.2026 / APRILSCHERZ - Endlich wird wahr, was sich viele osthessische Fußballfans gewünscht haben: Die Region bekommt ein kleines, aber feines Fußballstadion. Steile Tribünen, ohne Laufbahnen, dafür mit Nähe zum Spielfeld: Mehrere private Investoren hatten diesen Plan schon seit längerem in der Schublade.



Nach dem Einzug des heimischen Fußball-Regionalligisten SG Barockstadt Fulda-Lehnerz ins Hessenpokalfinale vor gut einer Woche beim Krimi von Offenbach war ihnen klar: Jetzt ist die Zeit endlich reif, mit den Plänen an die Öffentlichkeit zu gehen. Das Stadion von Kickers Offenbach dient ihnen als Vorbild. Das Schmuckkästchen wurde im Jahr 2012 eingeweiht und hat damals übrigens "lediglich" 25 Millionen Euro gekostet. Das künftige Fußballstadion in Lehnerz wird allerdings eine Nummer kleiner und soll maximal 18 Millionen Euro kosten.

In Zeiten knapper Haushaltskassen ist ihnen klar: Mit Förder- oder sonstigen Haushaltsmitteln aus dem städtischen Säckel brauchen sie nicht zu kalkulieren. Dafür bringen sie die Kompetenzen ihrer eigenen Unternehmen ein und nutzen die Fläche des Sportparks an der Richard-Müller-Straße im Stadtteil Lehnerz. "Dort wollen wir die Hanglage vor dem Sportlerheim mit der bestehenden Tribüne ebenso integrieren wie den Hang zum Kunstrasenplatz hin. Der Trainingsplatz erhält einen neuen Kunstrasen - übrigens identisch mit dem Spielfeld im neuen Fußballstadion. Dort wird ein Kunstrasen der neuen Generation verlegt - um wetterunabhängig spielen zu können. Damit hat sich auch das leidige Thema Rasenheizung im Stadion erledigt.

An den anderen beiden Seiten will ein heimisches Stahlbauunternehmen zwei massive Stahltribünen errichten. Insgesamt wird ein Fassungsvermögen von rund 10.000 Plätzen angepeilt. Neben den rund 4.000 Sitzplätzen werden gut 6.000 Stehplätze auf drei der vier Tribünen verteilt. In den Neubau wird zudem ein neues Funktionsgebäude integriert. Das bestehende Sportlerheim muss sowieso dringend saniert werden. Die Kabinen und Duschräume werden nach den aktuellen Standards ins neue Gebäude integriert. Auf den Dächern werden Fotovoltaikanlagen installiert. Die Warmwassergewinnung sowie die Heizungsanlage und der Strombedarf sollen komplett autark aus erneuerbaren Energien gewonnen werden.

Mehr Platz für die Nachwuchsarbeit

Mit dem Neubaukonzept soll die Nachwuchsarbeit noch mehr unterstützt und ausgebaut werden. Die erfolgreichen Nachwuchsteams bekommen einen eigenen Funktionstrakt mit modernen Kabinen sowie Schulungs- und Aufenthaltsräumen. Das bestehende Sportlerheim wird allerdings nicht abgerissen, sondern als historischer Treffpunkt für das gesellige Vereinsleben unter der neuen Tribüne integriert. Die Technik für Küche und Thekenbereich wird erneuert, ansonsten soll der Charme des Sportlerheimes an die Wurzeln der Kultstätte am Galgenberg erinnern.

Ein weiterer Vorteil für den Standort ist die Nähe zur Autobahn A7 und die Parkmöglichkeiten, vor allem an den Wochenenden im Industriegebiet. Mehrere Logistikbetriebe haben bereits signalisiert, ihre Flächen für Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Das Gesamtkonzept ist stimmig. Die Investoren haben einen Businessplan erstellt und für den Bau und den Betrieb des Sportparks Lehnerz eine eigenständige Gesellschaft gegründet.

Sobald die Details der Planung vom Architekturbüro freigegeben werden, wollen sich die Investoren in einer Pressekonferenz erstmals der Öffentlichkeit vorstellen. "Wir rechnen damit, bereits im Sommer mit den Umbauarbeiten beginnen zu können. In Kürze werden wir die Details präsentieren", sagte einer der Hauptsponsoren. Er möchte aktuell noch nicht genannt werden. Die frohe Kunde aus Lehnerz erfreut natürlich auch die Leichtathleten: Sie werden die hervorragende Infrastruktur im städtischen Stadion dann noch besser für ihre Events nutzen können.

Mit den Neubauplänen in Lehnerz erhält Fulda eine ausgezeichnete Infrastruktur für den Sport. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten tragen die heimischen Unternehmen noch mehr Verantwortung und setzen das um, was Fulda ausmacht: Der Mittelstand steht zusammen und erarbeitet Lösungen ohne langwieriges Hickhack und im Sinne der unterschiedlichen sportlichen Interessen. (Hans-Hubertus Braune) +++

Die Tribünen sollen bis zu 10.000 Zuschauern Platz bieten

Das Stadion der Offenbacher Kickers auf dem Bieberer Berg gilt als Musterbeispiel für kleine, aber feine Fußballarenen
Archivbild: O|N/Maurice Schumacher

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