Schoko-Schock im Osternest

Trotz gesunkenem Kakaopreis: Schokohasen wesentlich teurer als im Vorjahr

Werden Schokohasen immer teurer?
Symbolbilder: Pixabay

01.04.2026 / REGION - Wer dieser Tage vor dem Osterregal steht, erlebt eine böse Überraschung: Ausgerechnet die beliebten Schokohasen werden immer teurer - und das, obwohl die Preise für Kakao zuletzt wieder deutlich gefallen sind (OSTHESSEN|NEWS berichtete). Für viele Verbraucher wirkt das wie ein Widerspruch, der für Frust sorgt.


Eine aktuelle Auswertung der Vergleichs-App "Smhaggle" für die Deutsche Presse-Agentur zeigt: Die Preise für bekannte Markenprodukte sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Untersucht wurden unter anderem Produkte von Lindt & Sprüngli, Milka sowie den Herstellern Ferrero und Kinder. Sonderangebote und Eigenmarken blieben unberücksichtigt.

Sieben bis 29 Prozent teurer als noch 2025!

Das Ergebnis fällt deutlich aus: Je nach Marke und Größe liegen die Preise zwischen sieben und 29 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Besonders ins Auge fällt der Klassiker von Lindt: Die 100-Gramm-Version des Goldhasen kostet rund 70 Cent mehr als noch im März 2025 - ein Plus von etwa 16 Prozent. Auch kleinere Varianten verteuerten sich spürbar. Hochgerechnet zahlen Kunden inzwischen bis zu 65 Euro pro Kilogramm.

Ähnlich sieht es bei Milka aus: Der 90 Gramm schwere "Schmunzelhase" wurde um rund 60 Cent teurer (+22 Prozent), kleinere Ausführungen legten ebenfalls zu. Insgesamt zeigt sich: Bereits im vergangenen Jahr hatten die Hersteller die Preise angehoben - im Vergleich zu 2024 liegen die Kosten inzwischen teils bis zu 44 Prozent höher.

Warum sinkende Kakaopreise kaum ankommen

Dabei scheint die Entwicklung auf den ersten Blick widersprüchlich. Denn die Preise für Rohkakao sind zuletzt deutlich gesunken. Grund dafür ist unter anderem eine bessere Ernte in Westafrika. Laut der International Cocoa Organization lag der Preis zuletzt bei rund 2.800 Euro pro Tonne und damit wieder auf dem Niveau von 2023. Experten sprechen sogar von einer schwächeren Nachfrage und möglichen Überkapazitäten.

Warum also werden die Osterhasen nicht günstiger?

Die Antwort liegt laut Herstellern in langfristigen Einkaufsstrategien und weiterhin hohen Zusatzkosten. Sinkende Börsenpreise würden daher erst verzögert im Handel ankommen. Hinzu kommen weitere Faktoren: Kosten für Verpackungen, Energie und Zutaten wie Nüsse seien nach wie vor hoch. Viele Hersteller arbeiten aktuell also wohl noch mit teureren Rohstoffverträgen aus dem Jahr 2025.

Für Kundinnen und Kunden bedeutet das: Der Griff zum Schoko-Osterhasen wird bewusster. Viele achten stärker auf Preise, vergleichen Angebote oder weichen auf günstigere Eigenmarken aus, die zuletzt teilweise im Preis gesenkt wurden. Ob jetzt auch wieder mehr Menschen auf das klassische Osterei zurückgreifen? Das zeigt sich am Wochenende beim Blick in das Osterkörbchen. (ems) +++












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