Damit Redewendungen nicht verschwinden

Oberhessisch-Kurs: Dialektpflicht für Vogelsberg-Neubürger

Für Neubürger im Vogelsberg kann schon bald ein Oberhessisch-Kurs verpflichtend werden.
Foto: Luisa Heinz

01.04.2026 / APRILSCHERZ - Na, wer kann sich unter den oberhessischen Begriffen wie "Gude" oder "Schlabbes" noch etwas vorstellen? Die alteingesessenen Vogelsberger ganz bestimmt, aber wie sieht es bei der jüngeren Generation oder bei den Neubürgern aus? Damit unser Dialekt nicht vom Aussterben bedroht ist, wird darüber nachgedacht, dass im Vogelsbergkreis für Neubürger ein Oberhessisch-Kurs verpflichtend werden soll.



Denn im Alltag verschwinden immer mehr typische oberhessische Begriffe und Redewendungen. Gerade jüngere Menschen sprechen vielerorts kaum noch Dialekt, stattdessen dominieren vor allem Hochdeutsch und Einflüsse aus sozialen Medien. Der Anfang soll nun aber bei den Vogelsberger Neubürgern gemacht werden: Wer in die Vulkanregion zieht, soll künftig nicht nur seinen Wohnsitz anmelden, sondern auch sprachlich fit gemacht werden. So soll ein Oberhessisch-Sprachkurs in Zukunft verpflichtend sein.

Auf dem Lehrplan stehen unter anderem:

"Gude" = Hallo
"Ei gude wie" = freundliche Begrüßung
"babbsch" = klebrig
"hibbdebach" und "dribbdebach" = diesseits und jenseits des Bachs
"Schlabbes" = Hausschuhe
"des bassd scho" = das passt schon

Erste Testläufe starten

Zum Abschluss des Kurses soll es einen kurzen Verständnistest geben. Wer besteht, erhält eine Bescheinigung mit dem Titel "Vogelsberg sprachlich angekommen". In den Städten und Gemeinden wurde in der Vergangenheit nämlich vermehrt festgestellt, dass immer mehr Zugezogene Schwierigkeiten hätten, typische Begriffe und Redewendungen aus der Region zu verstehen. Gerade ältere Einwohner beklagten demnach, dass klassische Begrüßungsformeln wie "Ei gude wie" oder "Na, alles klar bei de Leut" zunehmend ratlose Blicke hervorrufen.

Erste Testläufe sollen schon bald in Alsfeld, Lauterbach und Schotten stattfinden. Gedacht sei an Abendveranstaltungen in Dorfgemeinschaftshäusern, Bürgerbüros oder Volkshochschulen. Besonders ambitionierte Teilnehmer könnten später sogar einen Aufbaukurs belegen. Dort gehe es unter anderem um schwierige Fälle wie die korrekte Aussprache von "Aijoo", die Unterschiede zwischen "Gude" und "Ei gude" sowie das sichere Verständnis von Gesprächen am Stammtisch.

Kurs soll Grundbegriffe vermitteln

Geplant ist ein kompakter Kurs mit einer Dauer von etwa 90 Minuten. Darin sollen typische Redewendungen, Aussprachebesonderheiten und wichtige Alltagsbegriffe vermittelt werden.

Einige Gemeinden denken zudem noch darüber nach, Dialektabende, Stammtische und Vorlesestunden in Mundart stärker zu fördern. (lu) +++

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