Der Stadtpfarrer bei O|N
Stefan Buß: Fasten neu ausrichten - auf Gott und die Menschen
Archivfoto: O|N/ Carina Jirsch
01.04.2026 / FULDA -
Die Fastenzeit lädt uns genau dazu ein: innezuhalten und zu fragen – worauf ist mein Leben eigentlich ausgerichtet?
Vielleicht ist die Frage heute Morgen: Wofür schaffe ich gerade Raum in meinem Leben?
In der Bibel wird immer wieder deutlich: Gott will kein Fasten, das nur um uns selbst kreist. Es geht nicht darum, sich selbst zu optimieren oder besonders "fromm" zu fühlen. Wahres Fasten zeigt sich darin, wie wir miteinander umgehen.
Wo sehe ich den Menschen neben mir? Wo nehme ich mir Zeit zuzuhören? Wo kann ich helfen, trösten, teilen?
Vielleicht bedeutet Fasten in dieser Zeit nicht nur, auf etwas zu verzichten – sondern ganz konkret:
- mehr Geduld zu haben
- bewusster hinzusehen
- ein gutes Wort zu schenken
- jemanden nicht zu übergehen
Die Beziehung zu Gott – die vielleicht im Alltag leiser geworden ist. Und die Beziehung zu den Menschen – die manchmal oberflächlich bleibt oder belastet ist.
Vielleicht kann es ein Start sein in den Tag:
Heute will ich mein Herz ein Stück weiter öffnen. Für Gott. Und für die Menschen, die mir begegnen.
Vielleicht nehmen wir uns gleich einen Moment der Stille und fragen uns ganz persönlich:
- Was hält mich gerade davon ab, mich Gott zuzuwenden?
- Wo bin ich eingeladen, einem Menschen bewusster zu begegnen?
Eine Einladung, neu zu leben. Bewusster. Offener. Verbundener.
So kann unser Fasten fruchtbar werden – nicht nur für uns selbst, sondern auch für andere. (Stefan Buß) +++
Foto: Stefan Buß