Wer hat an der Uhr gedreht?

Sommerzeit: Die Zeitumstellung steht an - DAS müssen Sie wissen

Am Sonntag werden die Uhren wieder umgestellt - der Wecker klingelt früher.
Symbolbilder: Pixabay

28.03.2026 / REGION - In der Nacht zum Sonntag ist es mal wieder so weit: Um 2 Uhr werden die Uhren eine Stunde vorgestellt. Mit dem Wechsel auf die Sommerzeit verändert sich nicht nur der Tagesrhythmus vieler Menschen.


Die Zeitumstellung wurde ursprünglich eingeführt, um das Tageslicht besser zu nutzen und Energie zu sparen. Ob dieser Effekt heute noch eine große Rolle spielt, ist umstritten - fest steht jedoch: Der Eingriff in die innere Uhr bleibt für viele Menschen eine Herausforderung.

Wenn die innere Uhr durcheinandergerät

Die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit bringt für viele eine spürbare Veränderung im Alltag mit sich. Während einige die "verlorene Stunde" kaum bemerken, geraten bei anderen Schlafrhythmus und Biorhythmus aus dem Takt. Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und ein allgemeines Leistungstief können die Folge sein. Experten vergleichen die Umstellung nicht selten mit einem kleinen "Mini-Jetlag". Besonders betroffen sind Menschen, die ohnehin empfindlich auf Schlafveränderungen reagieren. Studien zeigen, dass es mehrere Tage dauern kann, bis sich der Körper vollständig angepasst hat.

"Um die Anpassung an die Sommerzeit zu erleichtern, hilft Bewegung an der frischen Luft, wie Spaziergänge oder Radfahren", erklärt Verkehrsexperte Wolfgang Herda vom ADAC Hessen-Thüringen. Auch ein früheres Zubettgehen in den Tagen vor der Umstellung könne helfen, den Biorhythmus schrittweise anzupassen. Hilfreich ist zudem, möglichst viel Tageslicht zu tanken - es gilt als wichtigster Taktgeber für die innere Uhr.

Mehr Risiken im Alltag

Mit der Zeitumstellung steigt nicht nur die Müdigkeit - auch das allgemeine Unfallrisiko kann kurzfristig zunehmen. Der Grund: Weniger Schlaf und geringere Konzentration wirken sich auf Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit aus. Parallel dazu erhöht sich in diesen Tagen auch die Gefahr von Wildunfällen deutlich. "Gerade im Frühjahr sind junge Rehböcke auf Reviersuche und entsprechend unruhig unterwegs", erklärt Markus Stifter vom Landesjagdverband Hessen. Entlang von Wald- und Feldrändern ist daher jederzeit mit plötzlich auftauchendem Wild zu rechnen. Ein zusätzlicher Faktor: Durch die Zeitumstellung verschiebt sich der Berufsverkehr wieder in die Dämmerungszeiten – genau dann, wenn viele Wildtiere besonders aktiv sind.

Die Zeitumstellung steht seit Jahren in der Kritik. Bereits 2019 sprach sich eine Mehrheit der Teilnehmer einer EU-Umfrage für deren Abschaffung aus. Eine einheitliche Regelung innerhalb der Europäischen Union steht jedoch bis heute aus - auch, weil sich die Mitgliedsstaaten nicht auf eine dauerhafte Sommer- oder Winterzeit einigen konnten. Bis auf Weiteres bleibt es daher beim bekannten Rhythmus: Zeitumstellung im Frühjahr und im Herbst. (ems) +++

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