250.000 Euro an Landwirte im Landkreis
Ökologisch wertvolle Lebensräume werden so erhalten und verbessert
Foto: Landratsamt Bad Kissingen
27.03.2026 / BAD KISSINGEN -
In den zurückliegenden Monaten hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde mehr zu tun als üblich: Im Januar und Februar schlossen 116 Landbewirtschaftende auf 441 Flächen mit einer Größe von insgesamt etwa 485 Hektar Vereinbarungen über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) ab. Dabei wurden knapp 250.000 Euro in die besonders naturverträgliche Bewirtschaftung im Landkreis Bad Kissingen investiert.
Das Programm des Bayerischen Umweltministeriums honoriert die naturschutzgerechte Bewirtschaftung von ökologisch wertvollen Lebensräumen finanziell: Landwirte, die auf freiwilliger Basis ihre Flächen nach den Zielen des Naturschutzes bewirtschaften, erhalten für den zusätzlichen Aufwand und den entgangenen Ertrag ein angemessenes Entgelt.
Schutz für seltene Wiesen-Schmetterlinge
So können beispielsweise blüten- und insektenreiche Flächen erhalten werden, indem bei extensiver Mähnutzung ein Schnittzeitpunkt ab Mitte Juni gewählt und außerdem auf Dünge- und Pflanzenschutzmittel verzichtet wird. Besonders im Fokus standen in diesem Jahr Beweidungsflächen im Truppenübungsplatz Hammelburg, bei Münnerstadt und Winkels und im Schmalwassertal. Außerdem Flächen für die seltenen Schmetterlingsarten heller und dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling.Die beiden Wiesenknopf-Ameisenbläulings-Arten sind deutschlandweit gefährdet. Die Ökologie der beiden Arten ist hochkomplex und interessant. Die Eiablage-Raupennahrungspflanze für die beiden Wiesenknopf-Ameisenbläulinge ist der namensgebende Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis). Wenn die Raupen größer sind, lassen sie sich von der Pflanze auf den Boden fallen und werden von bestimmten Ameisenarten aufgesammelt und in das Ameisennest gebracht, wo sie sich von den Ameisenlarven ernähren.
Beweidung schützt Artenvielfalt im Landkreis Bad Kissingen
Ein weiterer Schwerpunkt im Landkreis Bad Kissingen ist die Beweidung, vor allem Hüteschäferei auf Mager- und Trockenstandorten. Ohne diese Beweidung würden sich viele Magerrasen mit ihrer charakteristischen Artenvielfalt zu Gebüschen und schlussendlich zu Wald (beispielsweise Kiefernwald) entwickeln. In der Folge würden viele seltene Tier- und Pflanzenarten wie verschiedene wärmeliebende Heuschrecken und Tagfalter sowie seltene Vögel aus dem Landkreis verschwinden.Auch im nächsten Jahr können wieder entsprechende Verträge im Bereich Offenland abgeschlossen werden. Wenn dabei neue Flächen ins Programm mit aufgenommen werden sollen, empfiehlt es sich, bereits im Sommer die Untere Naturschutzbehörde zu kontaktieren. Eine Möglichkeit, noch in diesem Jahr im Naturschutz aktiv zu werden, bietet sich Waldbesitzern durch das VNP Wald. Durch das Programm werden beispielsweise Biotopbäume, das Belassen von Totholz und die Schaffung von lichten Waldstrukturen gefördert. Die untere Naturschutzbehörde bietet auch zu diesem Thema Beratung an. (mis/pm) +++