Großenlüder macht den Anfang
Modernisierung: Straßenlaternen werden intelligenter und sparsamer
Fotos: RhönEnergie
24.03.2026 / REGION -
Weniger Stromverbrauch, niedrigere Kosten, weniger Lichtverschmutzung: Zehn Bürgermeister aus der Region und die RhönEnergie haben Grundsätze für die Modernisierung der Straßenbeleuchtung erarbeitet. Die zehn Rathauschefs haben in den Gesprächen insgesamt 34 Kommunen vertreten, in denen die RhönEnergie heute die Straßenbeleuchtung verantwortet. Den Auftakt bei der Umsetzung macht die Gemeinde Großenlüder, deren Gemeindevertreter die entsprechenden Verträge am Donnerstagabend mit großer Mehrheit gebilligt haben.
"Mit diesem Schritt setzt die Gemeinde Großenlüder ihren 2023 eingeschlagenen Kurs konsequent fort", sagt Bürgermeister Florian Fritzsch. Bereits im November 2023 hatte die Gemeindevertretung einen Grundsatzbeschluss zur Modernisierung der kommunalen Straßenbeleuchtung gefasst – mit dem Ziel, Verkehrssicherheit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen zu verbessern.
Jahrzehntealte Technik wird ersetzt
Die Straßenbeleuchtung in der Region, auch in Großenlüder, ist meist schon jahrzehntealt. Eine Dimmung oder individuelle Steuerung einzelner Leuchten war bisher nicht möglich. Das soll sich nun ändern: Künftig ermöglichen neue Schaltschränke eine variable, bedarfsgerechte Lichtsteuerung. Wenn alle 34 Kommunen, in denen die RhönEnergie die Straßenbeleuchtung sicherstellt, ihre Beleuchtung modernisieren, dann werden insgesamt 1.360 Schaltschränke aufgebaut. Der Energieversorger trägt 50 Prozent der Kosten, den Rest zahlen die Kommunen anteilig. Großenlüder benötigt 39 Schränke.Die neuen Schaltschränke enthalten auch Stromzähler und erfüllen so eine gesetzliche Anforderung: Der Stromverbrauch muss künftig gemessen statt berechnet werden – bisher wurde er aus Brenndauer und Leistung ermittelt, was bei modernen Betriebsmodellen wie Dimmungen nicht mehr funktioniert.
Bis zu 70 Prozent weniger Stromverbrauch
In Großenlüder sollen alle 1170 Laternen auf moderne LED-Technik umgerüstet werden – heute werden noch 93 Prozent konventionell betrieben. Die Umstellung zahlt sich aus: Allein die Betriebskosten sinken um 20.000 Euro pro Jahr, dazu kommen erhebliche Energieeinsparungen. "Moderne LED-Straßenleuchten sparen 50 bis 70 Prozent Strom", erklärt Ralf-Stefan Stöppler, Geschäftsführer der RhönEnergie Effizienz + Service GmbH (RES), die die Modernisierung umsetzt. Individuelle Dimmprofile sollen den Verbrauch in verkehrsärmeren Stunden zusätzlich senken.Intelligente Steuerung – im eigenen Tempo
Der neue Vertrag eröffnet den Kommunen darüber hinaus die Möglichkeit, ihre Beleuchtung schrittweise zu "smart street lighting" auszubauen: variable Schaltzeiten, individuelle Dimmprofile für einzelne Leuchten, Straßen oder Ortsteile, Umgebungssensoren und künftig sogar Bewegungsmelder für ein "laufendes Licht" sind technisch möglich. Dabei gilt: Keine Kommune wird zur Umrüstung gezwungen. "Jede Gemeinde entscheidet selbst, ob und in welchem Maße sie smarte Beleuchtung einsetzt", betont Stöppler.Rücksicht auf Natur und Nachthimmel
Ökologische Aspekte spielen bei der Modernisierung eine zentrale Rolle. LED-Leuchten reduzieren den CO₂-Ausstoß erheblich. Zudem berücksichtigt die Planung ausdrücklich die Anforderungen des Sternenparks Rhön: Leuchten werden senkrecht nach unten ausgerichtet, um Lichtverschmutzung zu minimieren. Der Einsatz von Leuchtmitteln mit reduziertem Blaulichtanteil schützt Insekten und den natürlichen Nachtrhythmus von Mensch und Tier.Der neue Dienstleistungsvertrag wurde über mehrere Monate von einer Arbeitsgruppe aus Bürgermeistern und Vertretern der RhönEnergie erarbeitet. Bürgermeister Fritzsch zieht ein positives Fazit: "Das Ergebnis ist ein Vertragswerk, das die Interessen der Kommunen in den Mittelpunkt stellt und zugleich eine verlässliche Grundlage für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit über die nächsten zwei Jahrzehnte bildet." (pm/mmb) +++