"Zusammen geht was"

Millionenprojekt vollbracht: Haus Klara wird Heimat für 14 Menschen

Was lange geplant, hart erarbeitet und sehnsüchtig erwartet wurde, ist Wirklichkeit: Am Montagnachmittag weihte der Caritasverband für die Diözese Fulda in der Paul-Klee-Straße 45-51 in Fulda-Galerie einen Gebäudekomplex ein, der Wohnen, Begegnung und Gemeinschaft unter einem Dach vereint.
Fotos: Moritz Bindewald

24.03.2026 / FULDA - Was lange geplant, hart erarbeitet und sehnsüchtig erwartet wurde, ist Wirklichkeit: Am Montagnachmittag weihte der Caritasverband für die Diözese Fulda in der Paul-Klee-Straße 45-51 in Fulda-Galerie einen Gebäudekomplex ein, der Wohnen, Begegnung und Gemeinschaft unter einem Dach vereint - ein Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen, eine öffentliche Stadtteilbibliothek und drei Sozialwohnungen. Das Jahresmotto der Caritas war an diesem Tag Programm: Zusammen geht was.



Mit der feierlichen Einweihung schloss der Caritasverband für die Diözese Fulda ein Bauprojekt ab, das im Juni 2023 mit dem symbolischen Spatenstich begonnen hatte. Neben Vertretern von Stadt und Land sowie Geistlichen feierten auch die Bewohnerinnen und Bewohner des neuen Hauses Klara.

Das Herzstück des Komplexes ist Haus Klara: 14 dauerhafte Wohnplätze sowie ein Gästezimmer für vorübergehende Aufnahmen. Das bisherige Wohnheim St.-Vincenz war seit 1982 in Betrieb - konzipiert noch mit Doppelzimmern und Gemeinschaftsbädern. Haus Klara bietet nun jedem Bewohner ein eigenes Einzelzimmer mit rollstuhlgerechtem Bad, vollmöbliert und individuell gestaltbar. Zwei barrierefreie Stockwerke sind über einen Aufzug verbunden.

Annette Bernhard, Vorsitzende der Angehörigenvertretung, fasste zusammen: "Es ist ein Stück mehr Lebensqualität, von dem unsere Bewohnerinnen und Bewohner profitieren werden." Und mit Blick auf ein ganz konkretes Detail ergänzte sie: "Dass nun alle ihr eigenes Zimmer haben, bedeutet unseren Angehörigen sehr viel." Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch zeigte sich begeistert: "Gemeinschaftliches Leben, Eigenständigkeit fördern, Teilhabe im Stadtteil - ich glaube, das ist uns wirklich gelungen."

Fünfeinhalb Jahre Planung und Bau

Architekt Markus Swoboda begleitete das Projekt von den ersten Gesprächen im September 2020 bis zur Schlüsselübergabe. Für ihn stand das Leitprinzip der Arbeit von Anfang an fest: "Wir planen für Menschen - und das geht immer nur mit Menschen." Im zweiten Gebäude hat die Stadt Fulda 107 Quadratmeter für eine öffentliche Stadtteilbibliothek langfristig angemietet, die im Sommer 2025 eröffnet wurde und seither regen Zulauf verzeichnet - mit regelmäßigen Besuchen von Schulklassen und Kitas sowie Lesungen und Aktionen. Drei Sozialwohnungen mit insgesamt 188 Quadratmetern im Obergeschoss sind bereits seit Januar 2025 belegt.

Die Gesamtkosten für beide Gebäude belaufen sich auf 3,62 Millionen Euro - davon 2,57 Millionen Euro für das Wohnhaus und 1,045 Millionen Euro für das Bibliotheksgebäude. Die Stadt Fulda förderte beide Gebäude mit insgesamt 816.500 Euro. Das Wohnhaus erhielt darüber hinaus weitere Zuschüsse vom Land Hessen (602.500 Euro) und der Aktion Mensch (200.000 Euro). Den verbleibenden Eigenanteil von rund 2 Millionen Euro trägt die Caritas aus eigenen Mitteln.

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld sagte: "Es geht nicht nur ums Wohnen, sondern ums gemeinsame Gestalten." Stadtbaurat Daniel Schreiner ergänzte: "Es ist ein starkes und tröstliches Signal, dass wir uns in schwierigen Zeiten gemeinsam diesen wichtigen Aufgaben stellen."

Kirche und Politik ziehen an einem Strang

Stephanie Klee, die als Vorsitzende des Katholikenrats nach Fulda-Galerie gekommen war, hob die gesellschaftliche Dimension des Projekts hervor: "Was heute eingeweiht wird, ist Kirche: Nächstenliebe, gelebter Glaube und 'Zusammen geht was'." Ihr Landtagskollege Thomas Hering, der das Projekt auch als Stadtverordneter begleitet hatte, betonte die Rolle sozialer Träger: "Der Kern aller Projekte ist Mitmenschlichkeit, Zusammenhalt und das Verlassen aufeinander." Und mit Blick auf die Zielgruppe ergänzte er: "Das Netz wird immer enger gestrickt - und niemand fällt durchs Raster."

Für die Caritas ist die Einweihung kein Endpunkt. Ansgar Erb, Vorstandsmitglied des Caritasverbandes für die Diözese Fulda, kündigte an, dass der Verband die Hände nicht in den Schoß legen werde: Bereits am nächsten Tag stehe der symbolische Spatenstich für eine neue Wohngruppe für Kinder und Jugendliche in Fulda-Marbach an. (mmb) +++

X