Demo in Fulda

Nur Notbetrieb: Apotheker streiken am Montag und fordern mehr Honorar

Viele Apotheken bleiben wegen eines Protesttages am Montag geschlossen.
Archivbilder: O|N/Moritz Bindewald

22.03.2026 / REGION - Die Apothekenteams mit ihren mehr als 160.000 Beschäftigen setzen sich für ein Ende der chronischen Unterfinanzierung der Apotheken ein und kämpfen für eine sofortige Erhöhung des Apothekenhonorars. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hat den 23. März als bundesweiten Protesttag ausgerufen.



In Fulda ist eine Demo geplant. "Wir wollen unseren Kunden vor Ort zeigen, warum wir schließen - nicht einfach nur die Tür zumachen", erklären Dr. Christian Gerninghaus von der Sonnenapotheke Schlitz und Maximilian Traut von der Stadtapotheke in Fulda.

ABDA-Präsident Thomas Preis dazu: "Die Situation unserer Apotheken und somit die Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung der Menschen in Deutschland ist schon seit Jahren angespannt. Denn die letzte Honorarerhöhung für die Apotheken hat es vor 13 Jahren gegeben – obwohl die Betriebskosten im selben Zeitraum um mehr als 65 Prozent angestiegen sind! Mit unserem Protesttag wollen wir die Gesellschaft auf diese untragbare Situation aufmerksam machen. Die allermeisten Apotheken werden daher am kommenden Montag geschlossen bleiben. Zur Akutversorgung mit dringenden Medikamenten am Protesttag stehen rund um die Uhr über 1.000 Notdienstapotheken bundesweit bereit. Wir raten Patientinnen und Patienten, nicht akut notwendige Rezepte noch vor dem Protesttag einzulösen oder dann wieder ab Dienstag, dem 24. März."

Eigene Veranstaltung in Fulda

Bundesweit organisiert der Apothekerverband ABDA vier Großdemonstrationen in Hannover, Düsseldorf, München und Berlin. In Fulda hat man sich bewusst für eine eigene Veranstaltung entschieden. "Wir wollen unseren Kunden vor Ort zeigen, warum wir schließen - nicht einfach nur die Tür zumachen", erklären Dr. Christian Gerninghaus von der Sonnenapotheke Schlitz und Maximilian Traut von der Stadtapotheke in Fulda.

Der Auslöser für den erneuten Protest ist ein seit Jahrzehnten eingefrorenes Apothekenhonorar. Das sogenannte Fixum - der gesetzlich festgelegte Aufschlag, den Apotheken pro abgegebenem Rezeptarzneimittel erhalten - liegt seit 2013 bei 8,35 Euro. Davor, seit 2004, waren es 8,10 Euro. Eine Erhöhung auf 9,50 Euro steht zwar im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung, passiert ist bislang jedoch nichts.

Demo-Termin: Montag, 23. März 2026, 11-13 Uhr, Bahnhofsplatz Fulda. Apotheken in der Region bleiben an diesem Tag geschlossen. Notdienstapotheken sind wie gewohnt erreichbar. Diese finden Sie unter aponet.de. (hhb) +++

Dr. Christian Gerninghaus (links) von der Sonnenapotheke Schlitz und Maximilian Traut von der Stadtapotheke in Fulda protesgtieren am MOntag
Archivbilder: O|N/Moritz Bindewald


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