"Andere nicht auf Belastung reduzieren"
Bundestag diskutiert NIPT: Brand fordert Schutz ungeborenen Lebens
Archivfoto: O|N/Moritz Pappert
20.03.2026 / BERLIN -
"Wir dürfen und sollten Kinder mit Down-Syndrom und andere nicht auf eine Belastung reduzieren", forderte der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Michael Brand. "Wie wir mit ihnen umgehen, auch mit den Herausforderungen, und die konkrete Unterstützung für Familien, ihre Freunde, das Umfeld, das ist ein Prüfstein, wie human eine Gesellschaft ist. So sind diese Menschen in besonderer Weise sensibel und empfindsam." In diesem Sinne wurde er in der Debatte am Freitag auch persönlich: "Ich denke gerade an meinen Freund Johannes, an Titus und andere, die ohne Zweifel nicht nur mein Leben bereichern."
Der Deutsche Bundestag hat am Freitag erstmals über einen interfraktionellen Antrag zur Kassenzulassung des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) auf Trisomien 13, 18 und 21 beraten. Mitinitiator unter den mehr als 100 Abgeordneten aus mehreren Fraktionen ist der heimische Bundestagsabgeordnete Michael Brand. Im Antrag gefordert werden ein umfassendes Monitoring der Auswirkungen und Inanspruchnahme des NIPT sowie die Einrichtung eines interdisziplinären Expertengremiums. Ziel sei es, bis spätestens 2027 eine fundierte Datengrundlage zu schaffen.
Verantwortung liegt bei der Politik
"Wir erleben eine rasante Entwicklung in einem hochsensiblen Bereich, auch deutlich höhere Fehldiagnosen als erwartet. Genau deshalb müssen wir genau hinschauen", so Brand. Der medizinische Fortschritt sei ausdrücklich zu begrüßen, "aber er braucht zugleich klare ethische Leitplanken". Weiter sagte er: "Wie in vielen Bereichen des technologischen, auch medizinischen Fortschritts bleibt es unsere Verantwortung, mögliche Risiken mit im Blick zu behalten und auf Warnsignale frühzeitig zu reagieren."Aktuelle Zahlen zeigen: Der Test wird längst nicht mehr nur bei Risikoschwangerschaften genutzt – inzwischen nimmt ihn, nach kürzlich veröffentlichten Zahlen der BARMER, unabhängig davon schon jede zweite Schwangere in Anspruch. "Damit droht aus einem gezielten Angebot für Risikofälle schleichend ein Routine-Screening zu werden. Das war nie die Absicht – und könnte uns zunehmend in eine Situation bringen, in der ungeborenes Leben selektiert wird", betonte Brand.
Brands Plädoyer: "Was es nicht geben darf, ist eine falsche Anwendung, wenn damit ungeschütztes, schwaches Leben akut gefährdet wird. Denn wir haben eine Verpflichtung, eine Verantwortung in diesem besonderen Verfahren, weil am Ende Menschenleben gefährdet sein können, die im Kern nicht gefährdet sind und nicht gefährdet werden dürfen." (mis/pm) +++