Bandenkriminalität?

Festnahme eines 18-jährigen Deutschen nach Schockanruf bei Seniorin

18-Jähriger wurde im Rahmen einer Betrugsmasche festgenommen.
Symbolbild: O|N

20.03.2026 / NIDDERAU - Dreister geht es kaum: Mit einer perfiden Betrugsmasche haben Unbekannte am Mittwoch eine Seniorin aus Nidderau (Main-Kinzig-Kreis) in Angst und Schrecken versetzt - und sie um wertvolle Besitztümer gebracht. Doch der Plan der Täter ging nicht vollständig auf: Die Polizei nahm einen 18-Jährigen noch am selben Abend fest.



Nach Angaben der Ermittler erhielt die 83-jährige Frau am Mittwochnachmittag einen sogenannten "Schockanruf". Am Telefon meldete sich zunächst eine weinende Frau, die sich als Tochter der Seniorin ausgab. Unter Tränen schilderte sie, sie habe bei einem Unfall eine Frau getötet und ein Kind schwer verletzt.

Wenig später übernahm ein angeblicher Polizeibeamter das Gespräch. Er erklärte, die Tochter müsse in Untersuchungshaft - es sei denn, eine Kaution in Höhe von 25.000 Euro werde gezahlt. Für die Seniorin, die an Demenz leidet, begann ein Albtraum.

In ihrer Verzweiflung gab sie an, kaum Bargeld im Haus zu haben, jedoch Schmuck und Gold zu besitzen. Genau darauf hatten es die Täter abgesehen: Der falsche Polizist wies sie an, die Wertsachen in einen Beutel zu packen und einem Abholer zu übergeben. Dieser werde die "Sicherheitsleistung" zur Staatsanwaltschaft bringen. Was die Frau nicht wusste: Einen Unfall hatte es nie gegeben.

Am Mittwochabend erschien schließlich ein junger Mann an der Wohnanschrift der 83-Jährigen und nahm die Beute im Wert von mindestens 5.000 Euro entgegen. Doch nur kurze Zeit später klickten die Handschellen: Zivilkräfte der Polizei hatten den mutmaßlichen Abholer im Visier und nahmen ihn fest, als er sich vom Tatort entfernte.

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 18-jährigen Deutschen aus Südhessen. Gegen ihn besteht der dringende Verdacht des banden- und gewerbsmäßigen Betruges. Auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main erließ das Amtsgericht Hanau bereits am Donnerstag Haftbefehl. Seitdem sitzt der junge Mann in Untersuchungshaft.

Die Ermittlungen zu möglichen Hintermännern dauern an. Die Polizei warnt eindringlich vor der Betrugsmasche der "Schockanrufe" und appelliert insbesondere an Angehörige älterer Menschen, über diese Form des Betrugs aufzuklären. (ems/pm) +++

Eine Seniorin wurde um Güter im Wert von 5.000 Euro gebracht.
Symbolbild: Pixabay

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