Angeklagt ist heimtückischer Mord
Nach Bluttat beim Überlandwerk Rhön: 59-Jährige von 22-Jährigem erstochen
Archivfoto: O|N Carina Jirsch
20.03.2026 / MELLRICHSTADT -
Vor dem Landgericht erklärt der 22-Jährige, er habe die Frau gehasst. Er habe sich von der Kollegin, die er seit seiner Ausbildung gekannt habe, schlecht behandelt gefühlt. Nach seiner Festnahme vor neun Monaten hatte er allerdings davon nichts gesagt, sondern von Mordfantasien gesprochen. Er gab damals an, schon seit längerer Zeit einen "inneren Drang zur Tötung eines Menschen" verspürt zu haben, den er bisher durch Tabletten- und Cannabiskonsum gedämpft habe. Bereits vor dem Angriff sollen seine Mordfantasien deutlich intensiver geworden sein. Schließlich soll er den Entschluss gefasst haben, "irgendeinen Menschen" mit einem Messer zu töten. Weil er zunächst kein geeignetes Opfer gefunden habe, sei schließlich seine Kollegin in seinen Fokus geraten, ohne dass ein persönlicher Konflikt bestanden habe. Die beiden anderen Kollegen, darunter sein eigener Vorgesetzter, habe er hingegen nicht verletzen oder töten wollen.
Besonders bizarr: Der Mann soll sich vor der Tat außerdem mit einem Chatbot darüber ausgetauscht haben, dass er gerne jemanden töten würde. Inwiefern dieser Austausch das Verhalten des Beschuldigten beeinflusst hat, war Teil der Ermittlungen. Der damals 21-Jährige hatte sich laut Ermittlungen vor der Tat intensiv mit Serienmördern, Mord, Verhaftung und Forensik befasst und auch mit der Frage, wie man eine Leiche entsorgen könne. Unmittelbar nach dem tödlichen Angriff war der Verdächtige in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht worden, da Hinweise auf eine mögliche psychische Erkrankung bestanden. Doch ein psychiatrischer Gutachter sah keine Anhaltspunkte für eine Schuldunfähigkeit zum Tatzeitpunkt. Deshalb wurde er in die Untersuchungshaft verlegt.