Spritztour mit Folgen
Mit 118 km/h durch die Stadt: Polizei stoppt 21-jährigen Motorradfahrer
Polizei stoppt Raser am Mittwoch in Hanau.
Archivbilder: O|N
19.03.2026 / HANAU -
Deutlich zu laut, viel zu schnell und offenbar völlig unbeeindruckt von den Regeln des Straßenverkehrs: Eine nächtliche Fahrt eines 21-jährigen Motorradfahrers hat am späten Mittwochabend in Hanau ein teures und folgenreiches Ende genommen.
Kurz vor Mitternacht wurde eine zivile Streife des Sachgebiets TRuP (Tuner, Raser und Poser) in der Lamboystraße auf eine Kawasaki Ninja 400 aufmerksam. Nicht etwa durch waghalsige Fahrmanöver - zunächst war es vor allem das ohrenbetäubende Abgasgeräusch, das die Beamten aufhorchen ließ.
An einer roten Ampel stoppte der Fahrer zunächst, doch mit dem Umspringen auf Grün folgte eine brachiale Beschleunigung. Die Polizei nahm die Verfolgung mit Videonachfahreinrichtung auf und der junge Mann legte nach: In der Antoniterstraße beschleunigte er erneut massiv. Das Ergebnis: erschreckende 118 km/h bei erlaubten 50.
Als die Beamten schließlich Blaulicht und Anhaltesignal einschalteten, endete die riskante Fahrt abrupt. Der Fahrer stoppte sein Motorrad ohne weiteren Widerstand, doch die Kontrolle brachte eine ganze Reihe von Verstößen ans Licht. So fehlte am Endschalldämpfer der sogenannte DB-Killer, ein Bauteil, das die Lautstärke erheblich reduziert. Zudem waren die hinteren Blinker nicht vorhanden, und die Hauptuntersuchung des Motorrads war bereits seit rund einem halben Jahr abgelaufen. Die Erklärung des 21-Jährigen: Er habe den Motor nach der Winterpause einmal "freifahren" wollen.
Für diese Aktion zahlt er nun einen hohen Preis. Die Polizei stellte das Motorrad sicher, ein Sachverständiger wird es nun genauer unter die Lupe nehmen. Den Fahrer und Halter erwarten ein Bußgeld von etwa 1.500 Euro, zwei Punkte in Flensburg sowie ein dreimonatiges Fahrverbot. Eine kurze Spritztour - mit drastischen Konsequenzen. (ems/pm) +++
Auch zu laut war das Motorrad.