Politische Landschaft verändert
Machtverhältnisse neu gemischt: Parteien reagieren auf die Kreistagswahl
Archivfoto: O|N / Christopher Göbel
19.03.2026 / REGION HEF-ROF -
Nach der Auszählung aller Stimmen steht das Ergebnis der Kreistagswahl fest - und mit ihm eine deutlich veränderte politische Landschaft. Die SPD bleibt zwar stärkste Kraft, verliert aber deutlich. Die CDU rückt dicht auf, während die AfD massiv zulegt. Entsprechend unterschiedlich fallen die Reaktionen der Parteien gegenüber OSTHESSEN|NEWS aus.
Die SPD bleibt mit 29,41 Prozent zwar stärkste Kraft im Kreistag Hersfeld-Rotenburg, verliert jedoch deutlich gegenüber der Wahl 2021. Gleichzeitig legt die CDU stark zu, kommt auf 28,37 Prozent und rückt dicht an die SPD heran. Für die größte Verschiebung sorgt die AfD, die ihr Ergebnis auf 20,27 Prozent mehr als verdoppelt und drittstärkste Kraft wird. Insgesamt gibt es keine klaren Mehrheiten.
SPD: Klare Absage an Kooperation mit der AfD
"Eine Zusammenarbeit mit der AfD, die beispielsweise das Rentensystem grundlegend ruinieren möchte, schließt die SPD aus." Auch die Landtagsabgeordnete Tanja Hartdegen äußert sich kritisch zum Abschneiden der AfD: "Mich erschreckt der Erfolg der AfD." Gleichzeitig betont sie den politischen Anspruch der SPD: "Verantwortung zeigt sich nicht in Parolen, sondern in konkreten Verbesserungen, auch wenn es manchmal eine Weile dauert, bis sie wirken."
CDU: "Kein Grund zur Enttäuschung"
AfD legt deutlich zu
Der stellvertretende Kreisvorsitzende Peter Fricke zeigt sich zufrieden: "Dankbar unseren Wählern und erfreut über den großen Stimmenzuwachs haben wir das Ergebnis zur Kenntnis genommen." Gleichzeitig blickt er nach vorne: "Wir sind gespannt, wie sich die veränderte Sitzverteilung im Kreistag auf die künftigen Entscheidungen auswirken wird."
Absage an Parteiklüngel und Schuldzuweisungen
Er richtet zugleich den Blick auf die politische Zusammenarbeit: "Wir stehen für gute Gespräche mit allen Fraktionen bereit, die lösungsorientiert arbeiten und auf jegliche Form von Parteiklüngel sowie Schuldzuweisungen verzichten." Angesichts der Herausforderungen im Landkreis fordert Richter ein gemeinsames Vorgehen: "Wir stehen vor enormen Herausforderungen, die ein starkes 'Wir' und gemeinsames Handeln erfordern."
Grüne bauen kommunale Präsenz aus
Die Partei verweist zudem auf steigende Zustimmung: "Insgesamt konnten wir in fast allen Kommunen, in denen wir angetreten sind, unsere Stimmanteile steigern." Für die Arbeit im Kreistag kündigt sie klare inhaltliche Schwerpunkte an: "Wir werden uns weiter für eine gerechte und ökologische Politik einsetzen."
FDP: "Bundespolitischer Gegenwind spürbar"
Dennoch zeigt sich die Partei kämpferisch: "Entsprechend sind wir künftig mit zwei Abgeordneten im Kreistag vertreten, werden uns aber weiterhin engagiert und konstruktiv einbringen." Hoffnung schöpft die FDP aus Ergebnissen auf kommunaler Ebene: "Das zeigt, dass wir vor Ort überzeugen."
Linke kehrt in den Kreistag zurück
Inhaltlich sieht die Partei klare Gründe für ihren Zuspruch: "Mit den naheliegenden Themen, die eine gescheite Lebensplanung zulassen würden. Gesundheitsversorgung, ÖPNV, Bildung und Ausbildung." Gleichzeitig will Die Linke ihr Engagement ausbauen: "Genau dafür wollen wir uns nicht nur im Kreistag, sondern auch darüber hinaus weiter engagieren."