Die Kröten sind los!
Wandersaison der Amphibien startet: Ehrenamtliche helfen bei der Rettung
Fotos: Nadja Moalem
18.03.2026 / KREIS FULDA -
Die milden Temperaturen wecken nicht nur bei uns Menschen Frühlingsgefühle, sie locken auch wandernde Amphibien aus der Winterstarre. Im März sind Kröten, Frösche und Molche wieder in Scharen auf den Straßen im Landkreis unterwegs, um von den Winterquartieren zu ihren angestammten Laichplätzen zu gelangen. Tausende werden dabei überfahren, noch bevor sie das rettende Gewässer erreichen. Mit Zäunen und Hinweisschildern macht die Untere Naturschutzbehörde jetzt wieder auf die Wanderung aufmerksam.
Frösche und Kröten verbringen den Winter gut geschützt unter der Erde, in Laub- oder Steinhaufen oder unter Wurzeln. Kaum sind Frost und Schnee vorüber begeben sie sich auf Wanderschaft. Ein innerer Kompass führt sie – vorwiegend in der Dämmerung bei feuchter Witterung – unbeirrt zu dem Gewässer zurück, in dem sie einst als Quappe aus dem Ei geschlüpft sind. Doch jedes Jahr fallen tausende Tiere dem Straßentod zum Opfer. Denn die Lebensräume zwischen denen sie hin und herwandern, sind von Straßen zerschnitten. "Viele Tiere bleiben außerdem auf dem noch vom Tag aufgeheizten Asphalt sitzen, um sich aufzuwärmen", führt Lisa Holz, Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, aus. Dass sie auch noch alle fast gleichzeitig loswandern, verursacht jedes Jahr große Verluste bei den Populationen.
Mit knapp einem Kilometer Länge steht hier der längste Zaun im Landkreis. Die Zahlen sind beeindruckend und verdeutlichen die Bedeutung der dortigen Krötenpopulation: 2025 waren es rund 2500, 2024 3000 und 2023 sogar 4200 Tiere in einer Saison. "Die Zahlen schwanken jedes Jahr ein bisschen und verdeutlichen, wie wichtig diese Population ist", betont Lisa Holz. "Amphibien stehen unter besonderem Schutz: Sie sind Nahrung für andere Tiere, reduzieren selbst Pflanzenschädlinge und halten Gewässer sauber. Auch wenn wir nicht jede einzelne Kröte retten können, tragen die Maßnahmen effektiv dazu bei, die vorhandenen Populationen zu erhalten."
Die mobilen Amphibienschutzzäune finden sich:
• entlang der K156 zwischen Reckrod und Wölf (Gemeinde Eiterfeld)• der L3079 bei Giesel (Gemeinde Neuhof)
• der B278 zwischen Tann und Schlitzenhausen sowie oberhalb der Kneshecke bei Dipperz. (ems/pm) +++