Deutliche Signale vom K+S-Chef
Der weiße Schatz und die fragile Weltlage: Rohstoffe im Fokus
Symbolbild: O|N/Carina Jirsch
18.03.2026 / REGION -
Die Szenerie konnte kaum sinnbildlicher sein: Während K+S-Chef Dr. Christian H. Meyer über die Auswirkungen und Gefahren der aktuellen geopolitischen und innerdeutschen Lagen spricht, vibrieren die Mobiltelefone der anwesenden Journalisten: Es ist zehn Uhr am Donnerstagvormittag im altehrwürdigen Frankfurter Presseclub.
Hessen testet den landesweiten Probealarm. Und K+S stellt seinen Geschäftsbericht für das Jahr 2025 vor. Neben den "nackten" Zahlen geht es vor allem darum, wie sich der Konzern in höchst unsicheren Zeiten aufstellen will.
Kriege und die Herausforderungen der Energiewende
Was die Bergleute vielmehr umtreibt, sind die unterschiedlichen Voraussetzungen an den beiden Produktionsstandorten in Deutschland und Kanada. Bei den Unruhen und Kriegen in der Welt dreht es sich oftmals um Rohstoffe, um Öl, um Uran, Gas oder seltene Erden und damit um viel Geld. Deren Vorkommen sind umkämpft. Essenzielle Transportwege werden gekappt. Aktuelles Beispiel ist die Straße von Hormus. Wir alle merken dies an den Zapfsäulen. Für K+S sind die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten unmittelbar keine maßgebliche Angelegenheit. Deren Transportwege in die asiatischen Absatzmärkte führen schon seit längerem um Afrika herum.Um die kostbaren Produkte etwa für die Landwirtschaft, die Industrie und die Pharmabranche herstellen zu können, sind erhebliche technische Schritte notwendig. Das Werk Werra wird derzeit umgebaut, so soll der Betrieb über die nächsten Jahrzehnte gesichert werden. Mit dem Umbau für rund 600 Millionen Euro soll die Kaliproduktion nachhaltiger, effizienter und umweltfreundlicher gestaltet werden. Zudem belasten die politischen Unsicherheiten vor allem die energieintensive Industrie. Am zweiten großen Produktionsstandort in Kanada plant K+S Potash Canada, die Produktionskapazität langfristig auf bis zu 4 Millionen Tonnen pro Jahr zu steigern. Dort müssen die Produkte über lange Eisenbahnstrecken über die Rocky Mountains zum eigenen Hafenterminal nach Vancouver gebracht werden - bedeutet: lange und kostspielige Transportwege.
Genehmigungsverfahren ziehen sich hin
Forderungen der Wirtschaft und Industrie
Die Industrie in Deutschland stockt insgesamt. Deshalb werden die Reformen nach konsequenten Reformen immer lauter. Die Industriebosse in Deutschland setzen dabei weiter auf Dialog, etwa mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beim Spitzengespräch vor wenigen Wochen in München. Ihre Forderungen sind klar definiert. In einem gemeinsamen Positionspapier fordern die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Bundesverband der Deutschen Industrie, die Deutsche Industrie- und Handelskammer sowie der Zentralverband des Deutschen Handwerks unter anderem: "Die Bundesregierung hat in ihrem ersten Regierungsjahr wichtige Initiativen auf den Weg gebracht, um diesen Trend zu stoppen. Die Maßnahmen reichen jedoch bei weitem nicht aus und viele Vorhaben stehen bislang nur als Ankündigung auf dem Papier. Die deutsche Wirtschaft erwartet von der Politik deutlich mehr Mut zur Veränderung. 2026 muss zum Jahr der Reformen werden. Je länger dieser Prozess aufgeschoben wird, desto schmerzlicher werden die Maßnahmen später ausfallen. Es ist dringend erforderlich, dass sich die Politik dieser enormen Verantwortung bewusst wird und entsprechend handelt. Ohne weiteren Aufschub."