Kritik an Finanzlage

Auf dem Weg in den Kreistag: Bürgermeister Stenda kandidiert für die CDU

Hohenrodas Bürgermeister Andre Stenda kandidiert bei der Kreistagswahl auf Listenplatz zwei der CDU.
Archivfotos: O|N / Hans-Hubertus Braune

13.03.2026 / HOHENRODA - Am Sonntag, dem 15. März, wählen die Bürger im Landkreis Hersfeld-Rotenburg einen neuen Kreistag. Mit Andre Stenda tritt dabei ein Kandidat an, der bereits seit vielen Jahren kommunalpolitische Verantwortung trägt. Der 40-jährige Bürgermeister der Gemeinde Hohenroda kandidiert auf Listenplatz zwei der CDU.



Der gebürtige Nordhesse ist gelernter Industriekaufmann und studierter Betriebs- und Personalwirt. Seine berufliche Ausbildung verbindet er mit langjähriger Erfahrung in der Kommunalpolitik. Für ihn steht fest: "Entscheidungen des Kreises haben direkte Auswirkungen auf unsere Städte und Gemeinden, etwa bei Kreis- und Schulumlagen, die einen großen Teil der kommunalen Haushalte ausmachen. Genau hier möchte ich meine Erfahrungen aus Hohenroda einbringen." Sein Ziel sei eine solide Haushaltsführung sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Kommunen.

Höchstes Defizit pro Einwohner in ganz Hessen

Besonders kritisch sieht der Hohenrodaer Bürgermeister die aktuelle Finanzlage des Kreises. "Im Jahr 2026 weist Hersfeld-Rotenburg das höchste hessenweite Defizit pro Einwohner auf. So kann es nicht weitergehen. Wir brauchen Verantwortung, Transparenz und einen Plan, um die Haushalte nachhaltig zu stabilisieren, im Sinne der Generationengerechtigkeit", erklärt der Familienvater gegenüber OSTHESSEN|NEWS.

Stenda gilt als pragmatischer Kommunalpolitiker. Obwohl er parteiloser Bürgermeister ist, hat er sich bewusst für eine Kandidatur auf der CDU-Liste entschieden - dies sorgte im Landkreis zunächst für Überraschung. "Ich habe mich bewusst entschieden, zu kandidieren, weil viele Entscheidungen auf Kreisebene unmittelbare Auswirkungen auf unsere Städte und Gemeinden haben. Diese Perspektive möchte ich dort stärker einbringen."

Politisch getrennte Wege – privat ein Team

Auch privat zeigt sich bei dieser Wahl eine besondere Konstellation: Während er für die CDU kandidiert, tritt seine Ehefrau auf der Kreistagsliste der SPD an. Für Stenda ist das kein Widerspruch. "Politisches Engagement lebt vom Austausch unterschiedlicher Perspektiven. Wichtig ist, dass wir alle das gleiche Ziel haben: unsere Region voranzubringen."

Seit 2013 steht Stenda an der Spitze der Gemeinde Hohenroda. Damals übernahm er die Kommune als sogenannte Schutzschirmkommune mit erheblichen finanziellen Herausforderungen. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Investitionen in Infrastruktur und Gemeindeleben umgesetzt. Auch die Unterstützung von Vereinen spielt für ihn eine wichtige Rolle. Beim hessenweiten Grundsteuerranking B liegt Hohenroda inzwischen auf Platz 30 von 421 Kommunen.

Engagement über die Gemeindegrenzen hinaus

Neben seiner Arbeit als Bürgermeister engagiert sich Stenda auch überregional. Er ist Kapitän der Deutschen Fußballnationalmannschaft der Bürgermeister, Schatzmeister beim Hessischen Fußballverband sowie Vorstandsmitglied im bundesweiten Netzwerk junger Bürgermeister. "Der Dialog mit anderen Kommunen zeigt immer wieder, wie wichtig es ist, voneinander zu lernen und gute Ideen weiterzugeben", betont Stenda.

Mit Blick auf den Landkreis nennt er vor allem drei zentrale Themen: stabile Finanzen, eine leistungsfähige Infrastruktur und die Stärkung des Ehrenamts. "Der Landkreis muss ein verlässlicher Partner für seine Städte und Gemeinden sein. Entscheidungen müssen praxisnah getroffen werden", sagt Stenda.

Mit seiner Kandidatur möchte er künftig auch auf Kreisebene Verantwortung übernehmen und die Interessen der Kommunen stärker vertreten. Am Sonntag, dem 15. März, entscheiden die Wähler über die Zusammensetzung des neuen Kreistages. (Constantin von Butler) +++

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